AIRMETH 2013 – Ein kurzer Überblick
Zum Start unseres Blogs gibt es eine kurze Zusammenfassung über unsere diesjährige Messkampagne AIRMETH (Airborne measurements of methane fluxes), die im Juli in Alaska und Kanada stattgefunden hat. Wir freuen uns, dass wir in diesem Blog in Zukunft live von unseren Kampagnen berichten können!

AIRMETH fand dieses Jahr zum dritten Mal statt, zum zweiten Mal in den Permafrostregionen Nordalaskas und Nordkanadas. Zusammen mit unseren Partnern vom Alfred-Wegener Institut (AWI) in Bremerhaven wollen wir ermitteln, wie viel Methan aus den Permafrostböden freigesetzt wird und wie groß die regionalen Unterschiede sind. Wie man auf Bild 1 sieht, haben Permafrostböden unterschiedliche Oberflächenstrukturen und -Bedeckungen. Das sieht nicht nur beim Überflug und auf Fotos spannend aus, sondern ist auch aus wissenschaftlicher Sicht interessant, da z.B. Seen, Flüsse, Sümpfe, Sandflächen und bewaldete Regionen unterschiedlich viel Methan an die Atmosphäre abgeben. Oft werden diese Methanflüsse von einem Metallturm aus gemessen. Diese Türme werden idealerweise so aufgestellt, dass von ihnen aus die Methanflüsse von einer Oberfläche, z.B. Wald, gemessen werden. Um über möglichst vielen Oberflächen messen zu können, führen wir unsere Messungen vom Flugzeug oder Helikopter aus durch. Für AIRMETH nutzen wir das Forschungsflugzeug Polar 5 (Bild 2) vom AWI.

Damit wir die Methanemissionen aus dem Boden korrekt erfassen können, müssen die Flüge nahe des Bodens erfolgen. Bei der diesjährigen Kampagne sind wir ca. 30 – 50 Meter über Grund geflogen. Natürlich ist dabei die Sicherheit des Teams an Bord (in der Regel ein(e) Ingenieur(in), zwei Wissenschaftler, Pilot und Co-Pilot) wichtig!
Für AIRMETH 2013 waren wir im Juli 4 Wochen unterwegs. Für die erste Hälfte war Barrow in Alaska der Ausgangspunkt, für die zweite Inuvik im Mackenzie Delta in Kanada. Während AIRMETH 2013 hatten wir meist hervorragende Flugbedingungen und konnten an 16 Tagen Forschungsflüge durchführen. Insgesamt kamen wir auf 76 Flugstunden und eine Strecke von 10.000 km, um Flussdaten zu sammeln. Damit war diese AIRMETH-Kampagne die bisher erfolgreichste.

Bei den AIRMETH-Kampagnen fliegen wir zwischen den niedrigen Flugabschnitten für Flussmessungen auch Strecken in mehreren 100 Metern über Grund. Diese Strecken nutzen wir, um neben Foto- und Videoaufnahmen von der überflogenen Gegend auch Aufnahmen mit einer Hyperspektralkamera zu machen. Mit diesen Bildern bekommen wir hochaufgelöste Informationen über Strukturen und Bedeckung der Landoberfläche. Außerdem haben wir einen Laserscanner an Bord, um während der hohen Flüge auch die Topographie der Gegend aufzunehmen. Hyperspektral- und Laserscannerbilder sind auch für andere Arbeitsgruppen interessant, die sich mit Vegetationsmustern oder Küstenerosion beschäftigen. Deswegen haben wir Kooperationen mit verschiedenen Universitäts- und Institutsgruppen, wie der Helmholtz Nachwuchsforschergruppe COPER vom AWI Potsdam, denen wir diese Informationen bereitstellen.
Gegen Ende von AIRMETH 2013 wurden wir spontan von einem kanadischen Filmteam besucht und interviewt, das an einen Film über eine Reise durch die Nordwestpassage arbeitet und an verschiedenen Stationen Sequenzen über Forschungsprojekte, Kultur und Natur gedreht hat. Sobald dieser Film im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wird, gibt es den Link dazu natürlich hier im Blog.

