Neues JUPITER-Modul unterstreicht führende Rolle des kommenden europäischen Exascale-Superrechners

JETI-Modul in der Flagship-Fabrik von Eviden in Angers, Frankreich. Copyright: Eviden

Die Entwicklung von Europas erstem Exascale-Supercomputer JUPITER am Forschungszentrum Jülich schreitet zügig voran. Mit der Fertigstellung des zweiten Moduls dieses wegweisenden Rechners wurde jetzt ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht. Es ist bereits doppelt so leistungsstark wie der JUWELS Booster – der bislang schnellste deutsche Supercomputer in Jülich – und kommt auf ein Zwölftel der Rechenleistung des endgültigen JUPITER-Systems. Damit gehört das JUPITER Exascale Transition Instrument, kurz JETI, zu den leistungsstärksten Systemen auf der TOP500-Liste der schnellsten Superrechner der Welt, die heute auf der Supercomputing Conference SC in Atlanta, USA, veröffentlicht wurde. (Quelle: Forschungszentrum Jülich – Pressemitteilungen)

Der vom deutsch-französischen Konsortium ParTec-Eviden gelieferte Superrechner soll bahnbrechende Fortschritte bei der Nutzung künstlicher Intelligenz (KI) ermöglichen und wissenschaftliche Simulationen auf ein neues Level heben. JUPITER wird von der europäischen Supercomputing-Initiative EuroHPC Joint Undertaking, kurz EuroHPC JU, beschafft und vom Jülich Supercomputing Centre (JSC), einem von drei nationalen Supercomputing-Zentren innerhalb des Gauss Centre for Supercomputing (GCS), betrieben.

Seit Mitte des Jahres wird JUPITER am Forschungszentrum Jülich schrittweise aufgebaut. Derzeit wird das modulare Rechenzentrum, auch Modular Data Centre (MDC) genannt, errichtet, in dem der eigentliche Supercomputer untergebracht wird. Die Hardware für das Booster-Modul von JUPITER wird 125 Racks belegen, die derzeit in der Flagship-Fabrik von Eviden in Angers, Frankreich, vorinstalliert und dann betriebsbereit nach Jülich verfrachtet werden.

Das endgültige JUPITER-System wird mit annähernd 24.000 NVIDIA GH200 Grace Hopper Superchips ausgestattet sein, die speziell für rechenintensive Simulationen und das Training von KI-Modellen optimiert sind. Damit wird JUPITER in der Lage sein, sogar mehr als 70 ExaFLOP/s bei 8-Bit-Berechnungen mit geringerer Genauigkeit zu erreichen. Damit wird JUPITER zu einem der schnellsten KI-Systeme der Welt gehören.

Das aktuelle JETI-Pilotsystem besteht aus 10 Racks, was ziemlich genau 8 Prozent des Gesamtsystems entspricht. In einem Testlauf mit dem Linpack-Benchmark für die TOP500-Liste erreichte JETI eine Leistung von 83 PetaFLOP/s oder 83 Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde – 1000 PetaFLOP/s entsprechen 1 ExaFLOP/s. Mit dieser Leistung liegt JETI auf Platz 18 der aktuellen TOP500-Liste der schnellsten Supercomputer der Welt und verfügt damit über die doppelte Leistung des derzeitigen deutschen Spitzenrechners, des JUWELS Boosters, der ebenfalls vom JSC betrieben wird.

JETI ist gleichzeitig äußerst energieeffizient und belegt den 6. Platz auf der Green500-Liste der energieeffizientesten Supercomputer. Dieses Ergebnis bestätigt die hohen Standards des JUPITER-Entwicklungssystem JEDI, das im Frühjahr am Forschungszentrum Jülich in Betrieb ging und sich direkt an die Spitze der Green500 setzte.

JUPITER soll als erster Supercomputer in Europa mehr als einen ExaFLOP/s oder eine Trillion Rechenoperationen pro Sekunde schaffen – eine Trillion ist eine 1“ gefolgt von 18 Nullen. Dies ist vergleichbar mit der Rechenleistung von einer Million moderner Smartphones. Als einer der stärksten KI-Supercomputer der Welt wird JUPITER Fortschritte in Deutschland und Europa vorantreiben und zur Sicherung der technologischen und digitalen Souveränität beitragen.

Förderung

JUPITER wird zur Hälfte von der europäischen Supercomputing-Initiative EuroHPC JU und zu je einem Viertel vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (MKW NRW) über das Gauss Centre for Supercomputing (GCS) finanziert.

FZJ/T. Schlößer, 18.11.2024

Die komplette Pressemitteilung finden Sie unter:

Neues JUPITER-Modul unterstreicht führende Rolle des kommenden europäischen Exascale-Superrechners

Verortung in Helmholtz Information:

Helmholtz Information, Programm 1: Engineering Digital Futures, Topic 1: Enabling Computational- & Data-Intensive Science and Engineering

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Prof. Dr. Dr. Thomas Lippert
Leiter des Jülich Supercomputing Centre und Direktor am Institute for Advanced Simulation
Forschungszentrum Jülich
Tel.: +49 2461/61-6402
E-Mail: th.lippert@fz-juelich.de

Benedikt von St. Vieth
Institute for Advanced Simulation (IAS)
Jülich Supercomputing Centre (JSC)
Forschungszentrum Jülich
Tel.: +49 2461/61-9401
E-Mail: b.von.st.vieth@fz-juelich.de

Kontakt für diese Presseinformation:

Tobias Schlößer
Pressereferent
Forschungszentrum Jülich
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