Exzellente Forschung gefördert: Zwei ERC Synergy Grants für Forschende aus Helmholtz Information

Wegweisende interdisziplinäre Forschung: ERC Synergy Grants als Auszeichnung für Exzellenz in Wissenschaft und Innovation.

Helmholtz Information freut sich über die Auszeichnung gleich zweier Forschungsprojekte mit den renommierten Synergy Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC). Diese Förderungen unterstreichen die Bedeutung interdisziplinärer Spitzenforschung für die Lösung komplexer Herausforderungen. Die beiden ausgezeichneten Projekte am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und am Helmholtz-Zentrum Hereon zeigen eindrucksvoll, wie Wissenschaft und Technologie gemeinsam globale Herausforderungen an der Schnittstelle von Material- und Informationswissenschaften adressieren.

ATHENS: Fortschritte in der optischen Datenübertragung

ERC Synergy Grant für das ATHENS-Projektteam mit Adrian Schwarzenberger, Professor Stefan Bräse, Professor Christian Koos, Hend Kholeif (v. l. n. r.). Foto: Amadeus Bramsiepe, KIT

Das Projekt ATHENS, geleitet von den Professoren Christian Koos und Stefan Bräse am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), wird mit einem ERC Synergy Grant in Höhe von 14 Millionen Euro gefördert. Ziel ist die Entwicklung innovativer und energieeffizienter optischer Kommunikationssysteme, die insbesondere für Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) wegweisend sind.

Im entstehenden Karlsruhe Center for Optics and Photonics (KCOP) setzt das Projekt auf hybride Materialsysteme, die kostengünstige Silizium-Bauteile mit organischen Materialien kombinieren und durch Plattformen wie Crystal-On-Insulator-Technologien ergänzt werden. Diese innovativen Ansätze sollen die Effizienz und Geschwindigkeit optischer Transceiver deutlich steigern und gleichzeitig den Energieverbrauch reduzieren.

Neben dem KIT sind die Friedrich-Schiller-Universität Jena und die École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) beteiligt. Gemeinsam bündeln die Partner ihre Expertisen in Materialwissenschaften, optischen Technologien und moderner Plattformentwicklung, um photonische Systeme zu schaffen, die nicht nur die Datenübertragung revolutionieren, sondern auch Anwendungen in der KI, Quantentechnologie und Medizintechnik ermöglichen.

MechVivo: Biomechanik in der klinischen Praxis

Prof. Christian Cyron ist Direktor des Hereon-Instituts für Werkstoffsystemmodellierung am Hereon und Leiter des Instituts für Kontinuums- und Werkstoffmechanik an der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH). Foto: TU Hamburg

Das Projekt MechVivo, unter der Leitung von Professor Christian Cyron am Helmholtz-Zentrum Hereon, wird mit einem ERC Synergy Grant in Höhe von 10 Millionen Euro gefördert. Ziel ist die Entwicklung einer neuartigen Methode zur Bestimmung der mechanischen Eigenschaften von lebendem Gewebe, um biomechanische Computersimulationen zuverlässiger und breiter anwendbar zu machen.

Die Forschenden kombinieren innovative MRT-Technologien, physikbasierte neuronale Netze und mikrostrukturelle Bildgebung, um die mechanischen Eigenschaften von Geweben in vivo zu bestimmen. Die ETH Zürich entwickelt eine neuartige MRT-Technologie, die mikrostrukturelle Fingerabdrücke von Geweben kartiert, während die Technische Universität Graz biomechanische Tests durchführt, um die Beziehung zwischen Mikrostruktur und mechanischen Eigenschaften zu entschlüsseln. Das Helmholtz-Zentrum Hereon entwickelt eine KI-gestützte Software, die diese Daten in medizinisch nutzbares Wissen umwandelt.

Diese Methode verspricht erhebliche Fortschritte in der klinischen Gesundheitsversorgung, insbesondere bei der Diagnose und Behandlung von Herzinsuffizienz. Darüber hinaus könnten die entwickelten Ansätze auch in anderen Bereichen der Materialwissenschaften und Medizintechnik neue Impulse setzen.

ERC Synergy Grant: Förderung für interdisziplinäre Spitzenforschung

Die Synergy Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC) unterstützen herausragende Forschungsteams, die durch interdisziplinäre Zusammenarbeit bahnbrechende Projekte realisieren. Mit einer Förderquote von rund 10 Prozent gehören sie zu den anspruchsvollsten und renommiertesten Förderprogrammen Europas. Ziel ist es, wissenschaftliche Fragestellungen zu lösen, die nur durch die enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen beantwortet werden können.

Die Projekte ATHENS und MechVivo verdeutlichen, wie die beteiligten Zentren in Helmholtz Information zentrale Herausforderungen der Informationsforschung adressieren und transformative Innovationen vorantreiben. Beide Projekte leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung von Wissenschaft und Gesellschaft.

Die Original-Pressemitteilung finden Sie unter: 

Neue Materialien für eine leistungsfähigere optische Datenübertragung (KIT-Pressemitteilung)

ERC Synergy Grant für Hereon-Forscher Christian Cyron (Hereon-Pressemitteilung)

Verortung in Helmholtz Information:

Helmholtz Information, Programm 3: Materials Systems Engineering, Topic 2: Optics & Photonics: Materials, Devices, and Systems & Topic 4: Scale-Bridging Designed Materials: From Fundamentals to Systems

Kontakt:

Prof. Dr.-Ing. Christian Koos
Institut für Photonik und Quantenelektronik (IPQ)
Karlsruher Institut für Technologie
Tel.: +49 721 608-42491
E-Mail: christian.Koos@kit.edu

Prof. Dr. Stefan Bräse
Institut für Organische Chemie (IOC)
Institut für Biologische und Chemische Systeme – Funktionelle molekulare Systeme (IBCS-FMS)
Karlsruher Institut für Technologie
Tel.: +49 721 608-42902
E-Mail: stefan.braese@kit.edu

Prof. Christian Cyron
Institut für Werkstoffsystem-Modellierung
Helmholtz-Zentrum Hereon
Tel.: +49 (0)4152 87-2583
E-Mail: christian.cyron@hereon.de

Kontakt für diese Presseinformation:

Dr. Mark-Robert Kalus
Koordination Helmholtz Information
Forschungszentrum Jülich
Tel.: +49 2461/61-85759
E-Mail: m.kalus@fz-juelich.de

Über Helmholtz Informationen:

Der Forschungsbereich „Helmholtz Information“ ist einer der sechs Forschungsbereiche der Helmholtz-Gemeinschaft und dient als deren digitales Innovationszentrum. Hier verschmelzen fortschrittliche und zukünftige Computerarchitekturen mit Erkenntnissen aus der Materialforschung, Datenwissenschaften und den Lebenswissenschaften. Inspiriert von der Natur, gestützt auf die Hirnforschung und bereichert durch moderne Ansätze der Künstlichen Intelligenz, gestalten Expert:innen vom Forschungszentrum Jülich, Karlsruher Institut für Technologie, Hereon und dem Helmholtz-Zentrum Berlin die digitale Zukunft in Wissenschaft, Wirtschaft und Alltag.

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