ERC Starting Grant für Dr. Taner Esat vom Forschungszentrum Jülich

Dr. Taner Esat forscht am Peter Grünberg Institut für Quantum Nanoscience (PGI-3) des Forschungszentrums Jülich. Copyright: Forschungszentrum Jülich / Sascha Kreklau

Helmholtz Information gratuliert: Dr. Taner Esat vom Forschungszentrum Jülich erhält vom Europäischen Forschungsrat (European Research Council – ERC) einen mit bis zu 1,5 Millionen Euro dotierten ERC Starting Grant für seine Forschung in den Bereichen Quanteninformatik und Quantensensorik. Mit den ERC Starting Grants fördert der Europäische Forschungsrat herausragende Wissenschaftler in einer frühen Karrierephase für innovative Vorhaben in der Grundlagenforschung. Die Anträge werden ausschließlich nach dem Kriterium der wissenschaftlichen Exzellenz beurteilt. (Quelle: Forschungszentrum Jülich – Pressemitteilungen)

Der Spin eines Elektrons ist die kleinste Einheit zur Speicherung und Verarbeitung von Quanteninformationen. Seit Jahrzehnten träumt die Wissenschaft davon, einzelne Spins auf atomarer Ebene zu kontrollieren. Dadurch wären neuartige Quantencomputer und hochpräzise Quantensensoren möglich. Grundlage der Quantentechnologie und damit beider genannten Geräte ist das Qubit – das quantenmechanische Äquivalent zu den klassischen Bits in Computern. Es ermöglicht nicht nur die Verarbeitung von Informationen in einem Bruchteil der Zeit im Vergleich zu klassischen Computern, sondern eignet sich auch hervorragend als Sensor, z. B. für Magnetfelder, da es sehr empfindlich auf seine Umgebung reagiert.

Im Projekt QuSINT entwickelt Dr. Taner Esat ein solches Quantensystem zur Quantensensorik und Informationsverarbeitung auf atomarer Ebene. Das Besondere daran: Das Quantengerät ist mobil und kann bis auf wenige atomare Abstände an andere Objekte wie Moleküle oder andere Qubits herangeführt werden. Damit lassen sich nicht nur die elektrischen und magnetischen Eigenschaften einzelner Moleküle hochpräzise mit atomarer Auflösung messen, sondern auch neuartige Konzepte für Quantencomputer realisieren. Das mobile Quantensystem von Taner Esat könnte die Grundlage für die nächste Generation von Quantentechnologien bilden und entscheidende Fortschritte in der Materialcharakterisierung sowie der Diagnose und Realisierung neuartiger Quantencomputer ermöglichen.

Über den ERC

Der ERC wurde 2007 von der EU gegründet und ist die erste europaweite Förderorganisation für Spitzenforscher:innen auf verschiedenen Karrierestufen. Das Budget des ERC für den Zeitraum 2021 bis 2027 beträgt mehr als 16 Milliarden Euro und ist Teil des Horizon Europe Programms. Mit seinen vier Kernförderlinien – Starting Grants, Consolidator Grants, Advanced Grants und Synergy Grants – unterstützt der ERC kreative Forschende unabhängig von Nationalität und Alter dabei, wegweisende Projekte in ganz Europa durchzuführen.

FZJ/R. Panknin, 04.09.2024

Die Original-Pressemitteilung finden Sie unter: 

ERC Starting Grants für zwei Jülicher Nachwuchsforscher

Verortung im Helmholtz Information:

Helmholtz Information, Programm 2: Natural, Artificial and Cognitive Information Processing, Topic 1: Quantum Materials

Kontakt:

Dr. Taner Esat
Peter Grünberg Institut für Quantum Nanoscience (PGI-3)
Forschungszentrum Jülich
Tel.: +49 2461 61-3538
E-Mail: t.esat@fz-juelich.de

Kontakt für diese Presseinformation:

Dr. Regine Panknin
Pressereferentin
Forschungszentrum Jülich
Tel.: +49 2461 61-9054
E-Mail: r.panknin@fz-juelich.de

Über Helmholtz Informationen:

Der Forschungsbereich „Helmholtz Information“ ist einer der sechs Forschungsbereiche der Helmholtz-Gemeinschaft und dient als deren digitales Innovationszentrum. Hier verschmelzen fortschrittliche und zukünftige Computerarchitekturen mit Erkenntnissen aus der Materialforschung, Datenwissenschaften und den Lebenswissenschaften. Inspiriert von der Natur, gestützt auf die Hirnforschung und bereichert durch moderne Ansätze der Künstlichen Intelligenz, gestalten Expert:innen vom Forschungszentrum Jülich, Karlsruher Institut für Technologie, Hereon und dem Helmholtz-Zentrum Berlin die digitale Zukunft in Wissenschaft, Wirtschaft und Alltag.

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