Gemeinsam zum skalierbaren Halbleiter-Quantencomputer

Quantenchip mit Halbleiter-Qubits. Copyright: Jülich Aachen Research Alliance, JARA

Das Forschungszentrum Jülich, die RWTH Aachen University und das Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik (IHP) bündeln ihre komplementären Kompetenzen auf dem Gebiet der Halbleiter- und Quantentechnologie. Gemeinsam wollen sie künftig im Rahmen einer unbefristeten Kooperation an der Entwicklung skalierbarer Halbleiter-Quantenbits arbeiten, die Quantencomputer mit Millionen von Qubits möglich machen. (Quelle: Forschungszentrum Jülich – Pressemitteilungen)

Quantencomputer bergen enormes Potenzial, um beispielsweise die Suche nach Materialien und medizinischen Wirkstoffen oder die Lösung von Logistikproblemen zu beschleunigen. Eine bislang ungeklärte Frage ist jedoch, wie sich große Mengen an Quantenbits, kurz Qubits, realisieren lassen. Qubits sind der elementare Grundbaustein eines jeden Quantencomputers. Für viele Anwendungen wird allerdings eine enorme Zahl von ihnen benötigt. Halbleiter-Qubits bieten in dieser Hinsicht einige Vorteile. Um sie herzustellen, lassen sich die üblichen Verfahren aus der etablierten Halbleiterfertigung nutzen.

Quantenchips mit Halbleiter-Qubits konnten zuletzt eine rasante Entwicklung verzeichnen. Der Ansatz hat mittlerweile das Qualitätsniveau anderer Plattformen erreicht und sich dabei als deutlich weniger empfindlich gegenüber Störungen von außen, wie etwa Wärmestrahlung oder auch kosmische Teilchen, erwiesen. Für die nächste Herausforderung, nämlich der Realisierung größerer, skalierbarer Quantenschaltkreise, arbeiten das Forschungszentrum Jülich, die RWTH Aachen University und das Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik (IHP) bereits in mehreren Projekten – QUASAR, QLSI, SiGeQuant – zusammen, um solche Quantenbits auf Halbleiterbasis weiter in Richtung Anwendung zu bringen. Ein wichtiger gemeinsamer Industriepartner ist dabei die Infineon Technologies AG, der größte Halbleiterhersteller in Deutschland.

Durch die nun geschlossene Vereinbarung soll diese Kooperation verstetigt werden, unter anderem durch den Aufbau eines gemeinsam betriebenen Joint Lab. Das IHP bringt darin seine Kompetenzen im Wachstum von Heterostrukturen und in der Qubit-Fabrikation auf der Basis von Ge/SiGe- und Si/SiGe-Verbindungen ein. Das Forschungszentrum Jülich und die RWTH Aachen verfügen komplementär dazu im Rahmen des gemeinsamen JARA Instituts für Quanteninformation über ausgewiesene Expertise auf dem Gebiet der Device-Konzeptionierung, Charakterisierung und Qubit-Demonstration.

Die komplette Pressemitteilung finden Sie unter:

Gemeinsam zum skalierbaren Halbleiter-Quantencomputer

Verortung im Helmholtz-Forschungsbereich Information:

Helmholtz-Forschungsbereich Information, Programm 2: Natural, Artificial and Cognitive Information Processing, Topic 2: Quantum Computing

Kontakt:

Prof. Dr. Hendrik Bluhm
Direktor am JARA-Institute Quantum Information (PGI-11)
Forschungszentrum Jülich
Tel.: +49 241 80-27110
E-Mail: h.bluhm@fz-juelich.de

Kontakt für diese Presseinformation:

Tobias Schlößer
Pressereferent
Forschungszentrum Jülich
Tel.: +49 2461 61-4771
E-Mail: t.schloesser@fz-juelich.de

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