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Polarstern-Blog

Henry Kleta vom Deutschen Wetterdienst DWD

Polarstern im Eis. Foto: Ulrich Küster

Von Ulrich Küster | Sieben Tage nach Auslaufen hat die Polarstern heute endlich das Eis erreicht. Doch während für viele bisher die Vorbereitung der 14-tägigen Eisschollendrift viel Zeit einnahm, stand für Henry Kleta ein Hauptteil seiner Arbeit bereits an. Henry ist Ingenieur und arbeitet für den Deutschen Wetterdienst als Leiter der maritimen Messnetzgruppe. Sein Team betreut die deutsche VOS (Voluntary Observing Ship, derzeit ca. 500 Schiffe) vor allem in Hamburg und Bremerhaven. Dabei wird sich auch um alle Gerätschaften gekümmert, die der Datenerfassung meteorologischer und ozeanographischer Parameter dienen, ob manuell oder automatisch. Ob Windmesser oder Thermometer, Henry repariert und installiert alles. Hierbei ist ein guter Draht zu den jeweiligen Reedereien gefragt, die den vielen Aufbauten natürlich zuerst zustimmen müssen.

Henry Kleta mit Float. Foto: Ulrich Küster

Längere Ausfahrten sind eher die Seltenheit. Zwar ist er schon auf deutschen Forschungsschiffen wie z.B. der Poseidon und auch der Polarstern mitgefahren, reist aber im Alltag eher für Meetings um die Welt, um die Vergrößerung und Harmonisierung der VOS-Flotte und auch der „automatischen Flotte“, also Schiffen mit automatischer Messsensorik voranzutreiben, wo Deutschland ein Vorreiter ist. Dieses Jahr hatte Henry aber mal wieder Glück und fährt auf unserem ersten Fahrtabschnitt auf der Polarstern mit. Natürlich ist die Polarstern vom Kiel bis zum Schornstein voll mit automatischen Messsensoren, mit denen Henry alle Hände voll zu tun hat. In neun großen Holzkisten hatte er allerdings Geräte dabei, die nicht auf der Polarstern bleiben. Neun „Floats“ und „Drifter“, hochtechnische Forschungsbojen, die automatisch Ihre Daten in ein weltweites Netzwerk einspeisen, wurden während der Fahrt ins Eis über Bord gelassen.

Die „Floats“ sind sogenannte „ARGO Floats“ die mit mehreren tausend ähnlichen Floats das ARGO Netzwerk bilden. Diese Floats können automatisch auf 2000m Wassertiefe absinken und messen dabei Temperatur, Salzgehalt und Tiefe, wichtige Eigenschaften zur Untersuchung und Modellierung großer Ozeanströmungen, aber auch als Input für Wettermodelle. Die Mitarbeiter des ARGO Netzwerkes versuchen auch auf Forschungsfahrten Floats mit an Bord zu geben, um das Netzwerk zu verstärken. Im Rahmen der Amtshilfe hat Henry also vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg das Ausbringen der Floats übernommen.

Die „Drifter“ können zwar nicht tauchen, haben dafür aber einen 15m langen Treibanker, der schwer an den Kriechtunnel erinnert, den man aus seiner Kindheit kennt. Durch den Treibanker sind die Bojen nicht so windanfällig und werden eher durch großskalige Strömungen transportiert. In der Boje ist ein Luftdruck- und ein Temperatursensor, weitere Temperatursensoren befinden sich im Treibanker. Somit liefern diese Drifter ständig Daten von der Meeresoberfläche, welche zum Beispiel für die Kalibrierung der Satelliten benutzt werden, und somit auch für Fernerkundung von Ozeaneigenschaften sehr wichtig sind. Besondere Relevanz haben sie aber für die Wettervorhersage, da sie Informationen aus Regionen senden, in denen sonst kaum Daten gewonnen werden können, wodurch sie einen extrem hohen Einfluss auf die Vorhersage und vor allem deren Genauigkeit haben.

Zwei Mann, zwei Ecken – Drifter geht zu Wasser. Foto: Ulrich Küster

So stand also Henry bei Wind und Wetter alle sechs Stunden an Deck um abwechselnd Floater und Drifter in das Wasser zu bringen. Während die ARGO Floats sanft mit einem Seil ins Wasser hinabgelassen werden, gilt bei den Driftern „Zwei Mann, zwei Ecken“ und mit Schwung werden sie in Dienst gestellt. Nach kurzer Zeit löst sich durch den Wasserkontakt die Sicherung des Treibankers und die Boje ist einsatzbereit.

Einsatzbereit ist inzwischen auch ein Großteil der Ausrüstung der anderen Forscher für die Eisschollendrift. Zwei Wochen liegen wir an der Scholle. Dafür wurden Labore eingerichtet, Messgeräte aufgebaut, und die Motorschlitten einsatzbereit gemacht. Nach dem ersten Eiskontakt am heuten Nachmittag stehen 50 Forscherinnen und Forscher in den Startlöchern, um endlich aufs Eis zu kommen.

 

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