Eiskontakt
Von Thomas Ronge | Furious Fifties, Screaming Sixties, das sind die Namen, die dem Seegebiet gegeben wurden, das wir auf unserer Reise in das Amundsenmeer durchqueren mussten. Das Wetter hat es jedoch überraschend gut mit uns gemeint, so dass unser etwa einwöchiger Transit erstaunlich ruhig verlaufen ist und wir ohne Probleme unsere Vorbereitungen treffen konnten.

Alle Labore sind eingerichtet, die Geräte an Deck aufgebaut und auch der Plan für die erste Station steht.
Auf dem Weg nach Thurston Island durchquerten wir in der Nacht von Montag auf Dienstag das erste Treibeisfeld dieser Reise. Wobei Nacht etwas übertrieben ist. Um ca. 04:00h morgens weckte die Polarsonne meinen Kammermitbewohner und mich.
Gegen Mittag kamen wir dann planmäßig auf unserer ersten Station an. Während unsere Landgeologen und Geodäten mit dem Bordhelikopter aufbrachen, haben wir unseren Video-MUC zu Wasser gelassen. Dieser wurde eingesetzt, um in ~800 m Wassertiefe Oberflächensedimente zu gewinnen. Das Videosystem liefert uns Bilder der Beschaffenheit des Meeresbodens und wird eine wichtige Rolle bei den Einsätzen des MeBo spielen.

Im Anschluss an den MUC wurde ein 8 m langes Schwerelot eingesetzt mit dem wir tiefer in das Sediment eindringen und damit weiter in der Zeit zurück blicken können. Ähnlich den Seiten eines Geschichtsbuches sind die obersten Sedimentschichten am jüngsten und werden nach unten hin immer älter.
Nach dieser ersten erfolgreichen Geologiestation navigieren wir zurück durch das Treibeisfeld in Richtung unserer ersten MeBo Station.





Leser:innenkommentare (2)
Gahofs
Furious Fifties und Screaming Sixties zeigten keine Wirkung.
Neptun scheint also nicht sauer auf Euch zu sein, obwohl Ihr anscheinend
ohne seine Erlaubnis (Polartaufe) in die Antarktis vorgedrungen seid.
Er weiß wohl, dass Eure Forschung auch dazu dient, seinen Lebensraum
zu erhalten. Möge er sich auch weiterhin daran erinnern.
Ahoi.
Kerstin Fröhlich
Hallo liebe Besatzung,
am 21.2. habt Ihr ein Geburtstagskind an Board. Da wird einer 25. Siefke Fröhlich vom Technik Team MeBo.
Bitte gratuliert Ihm von seiner Familie, Freunden und Bekannten.
Vielen Dank.
Ich wünsche allen weiterhin eine gute Fahrt und bestes Gelingen bei den Forschungsarbeiten.
Kerstin Fröhlich