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Auf dem Weg zum Amundsenmeer

Rugged landscape surrounding the Strait of Magellan. Photo: Thomas Ronge

Von Katharina Hochmuth | Am 08.02. begannen wir um die Mittagszeit unseren Transit in das Amundsenmeer, dem Untersuchungsgebiet dieser Expedition. Unser Weg führte uns zu allererst nach Nordwesten durch die Magellanstraße in den Pazifik. Nach dem Lichten des Ankers verabschiedeten wir uns langsam von Punta Arenas und den riesigen Kreuzfahrtschiffen, die während der 2 Tage auf Reede die Polarstern nahezu winzig erscheinen ließen. Wir passieren die kleinen Ortschaften entlang der Peninsula Brunswick mit Namen wie Puerto Hambre (Hafen des Hungers), die von dem harten Leben in diesem Teil Patagoniens berichten. Die letzten Textnachrichten werden von unseren Smartphones versandt, während wir die immer gewaltigere Natur auf dem Peildeck der Polarstern genießen. Dann ruft Marcelo, der chilenische Techniker des Geologie-Teams, „This is the end of civilization. From here on, there is no phone, no Facebook, no Instagram!“. Er hat Recht, von nun an werden wir unsere Handys nur noch zum Musikhören und als Wecker nutzen, für die meisten eine ungewohnte Situation.

Polarstern während der Durchfahrt der Magellanstraße. Foto: Thomas Ronge

Der Blick auf dem Peildeck wird allerdings mit jeder Meile die wir weiter in Richtung Pazifik durch die Magellanstraße nehmen eindrucksvoller. Vereinzelte Estancias wechseln sich mit scharfen vom Wind und Wetter gezeichneten Klippen und Berggipfeln ab. Wir umrunden die südlichste Spitze des südamerikanischen Kontinents am Cabo Forward, das durch ein großes Kreuz markiert ist. Der beständige Wind und die Wolkenkulisse tauchen die Bergwelt um uns in die verschiedensten Grau- und Sepia- Töne, so dass wir uns teilweise an Fotos aus dem 19 Jahrhundert erinnert fühlen. Längst haben sich mehrere Robben und Albatrosse neben der Polarstern eingefunden, die nicht nur von den Biologen an Bord begeistert fotografiert und gefilmt werden. Am Übergang zwischen dem Atlantischen Teil der Magellan Straße und dem Pazifischen Teil werden sogar zwei Buckelwale in der Nähe des Schiffs gesichtet. Hier steht auch das letzte vereinzelte Haus, dass wir für die nächsten sechs Wochen sehen werden.

Im Laufe des Abends wird die Passage immer enger und wir erinnern uns an die Entdeckungsgeschichte der Magellanstraße. Magellan suchte bereits seid Rio de Janeiro nach einem paso (Durchlass) durch den südamerikanischen Kontinent und erforschte mit seinen fünf Segelschiffen jede Bucht und jeden Flusslauf entlang der Küste, bis er 1520 den Einlass in die nach ihm benannte Straße fand. Durch die starken Winde, zahlreichen Verzweigungen und Enge der Straße – an der engsten Stelle misst die Distanz zwischen den beiden Ufern gerade mal 4.5 km -, muss es sehr schwierig und entbehrungsreich gewesen sein, sich den Weg in den Pazifik zu bahnen. Da werden einem die vielen Vorzüge der Polarstern nochmal klar vor Augen geführt.

Autorin Katharina

Unter uns Wissenschaftlern auf dem Peildeck brennt an der engsten Stelle eine wilde Diskussion auf. Müssen wir nun steuerbord oder backbord an der Landzunge vorbei, die vor uns liegt. Zum Glück muss die Schiffsführung nicht diskutieren und lenkt zielsicher nach backbord in Richtung Pazifik und nicht, wie wir mehrheitlich vorgeschlagen haben in einen weiteren Seitenarm.

Seit ungefähr 3 Uhr nachts am Donnerstag haben wir die Magellanstraße verlassen und befinden uns auf dem Pazifik mit Kurs nach Süden geradewegs in das Amundsenmeer. Das Wetter meint es ganz gut mit uns und wir arbeiten alle fleißig an unseren Seebeinen, so dass wir auch noch die letzten Vorbereitungen in den Laboren abschließen können.

 

 

 

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