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Premiere an Bord – Ein Rückblick auf den MeBo-Testlauf in Bremerhaven

Mitglieder des MeBo-Teams beginnen, die Schutzplane über das MeBo zu ziehen. Foto: Thomas Ronge, Alfred-Wegener-Institut

Polarstern an der Pier im Hafen Bremerhaven. Foto: Thomas Ronge, Alfred-Wegener-Institut
Polarstern an der Pier im Hafen Bremerhaven. Foto: Thomas Ronge, Alfred-Wegener-Institut

Während an Bord Polarsterns derzeit alle Wissenschaftler ihre Kisten auspacken, Labore einrichten und Messgeräte auf den ersten Einsatz vorbereiten, wollen wir die Chance für einen kleinen Rückblick nutzen. Im Zuge der relativ langen Werftliegezeit ist nämlich viel mehr an Bord passiert, als die notwendigen Reparaturarbeiten. Unsere Geologen zum Beispiel nutzten die Zeit, für einen ersten Testlauf des großen MARUM Meeresbodenbohrgerätes MeBO, das hoffentlich im Frühjahr 2017 das erste Mal mit in die Antarktis reisen wird.

Wie sein Name schon sagt, ist das MeBo ein großes Bohrgerät, das von Bord eines Forschungsschiffes aus in die Tiefe gelassen wird, um auf dem Meeresboden Sedimentkerne zu bohren. Es kann in Wassertiefen von bis zu 2000 Metern eingesetzt und Sedimentkerne aus Lockersedimenten und Festgestein aus bis zu 80 Metern Tiefe gewinnen. Sedimentkerne sind das wichtigste Klimadatenarchiv der Geologen und geben unter anderem Informationen darüber preis, wie weit die antarktischen Schelfeise einst in das Südpolarmeer hineinreichten.

Das MeBo ist mit Sicherheit eines der größten Messgeräte, die Polarstern jemals an Bord hatte. Es kommt mit sechs Schiffscontainern im Schlepptau. Ein Transportcontainer für das Gerät selbst, einer für die Winde, ein Container, der als Steuerzentrale dient, ein Werkstattcontainer, ein Container mit dem eigentlichen Bohrgestänge sowie ein Container, in dem sich das „MeBO launch and recovery system (LARS)“ befindet. Wie die Testinstallation zeigte, finden sie alle ausreichend Platz an Bord Polarsterns.

Blick auf den MeBo-Winden-Container. Foto: Thomas Ronge, Alfred-Wegener-Institut

Nachbessern wollen die Kollegen aber beim Wind- und Nässeschutz. Bisher hatte das MeBo-Team dafür eine große Plane eingeplant, die über das Gerät gespannt wird. Bei dem Testlauf zeigte sich jedoch, dass sie vermutlich nicht ausreichen wird, um das MeBo bei seiner Reise in die Antarktis vor den dort typischen Temperaturen und Windstärken zu schützen. Glücklicher Weise bleibt ja noch ausreichend Zeit, um nach einer polartauglichen Alternative zu suchen.

Die AWI-Geologen zumindest zeigten sich nach dem mehrtägigen Testlauf mehr als zufrieden. Alle wichtigen Anforderungen und Abläufe konnten besprochen und auf diese Weise vermutlich viel Zeit gespart werden. Sollte das MeBo nämlich Anfang 2017 auf seine erste Polarstern-Reise gehen, würde es in Punta Arenas, Chile an Bord gebracht werden. Und dort bleibt in der Regel wenig Zeit für unvorhergesehene Ereignisse.

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