PHILEAS Lokalflüge von Anchorage: Asiatischer Monsun und Waldbrände
Nun ist HALO schon einige Tage für die zweite PHILEAS Messphase in Anchorage, und wir konnten die ersten Messflüge durchführen. Erstes Ziel war wieder ein Luftmassenfilament, das vom Asiatischen Monsun über den Pazifik bis nach Alaska transportiert wurde. Denn nicht nur über dem Mittelmeer werden regelmäßig Luftmassen vom Asiatischen Monsun abgeschieden, auch in östlicher Richtung passiert das regelmäßig, weshalb wir in Alaska diese transportierten Luftmassen gut messen können. Tatsächlich kann man die entscheidenden Transportprozesse schon sehr gut an den Pfeilen auf dem PHILEAS Logo erkennen. Für solch eine Messung einer nach Osten transportierter Luft haben wir uns in der Flugplanung auf mehrere Nord-Süd-Schnitte vom Norden Alaskas bis hin zum Golf von Alaska geeinigt, um mehrfach in verschiedenen Höhen in das Filament hinein- und wieder herauszufliegen.

Ein weiterer Flug führte HALO über Kanada: Seit vielen Wochen schon brennen weite Landstriche im Nordwesten Kanadas, insbesondere die Provinzhauptstadt Yellowknife ist besonders betroffen. Bei Waldbränden werden neben dem offensichtlichen Rauch und natürlich CO2 auch viele andere Verschmutzungsgase freigesetzt. Diese Verschmutzungsgase können in der Atmosphäre weitere klimarelevante Gase und Aerosole bilden. Da diese Prozesse noch nicht genau verstanden sind, wegen der zunehmenden Waldbrände aber immer wichtiger werden, wollen wir deshalb gerne genauer wissen, was bei solchen Waldbränden genau freigesetzt wird. Um zunächst Luft zu messen, die direkt aus den Bränden kommt, hatten wir einen Tiefflug direkt über den Waldbrandgebieten bei Yellowknife geplant. In diesem Flugabschnitt haben die in-situ Instrumente an Bord von HALO teilweise bisher unerreicht hohe Konzentrationen von verschmutzter Luft gemessen. Mit unserem Fernerkundungsinstrument GLORIA haben wir während diesem Tiefflug etwas Neues ausprobiert: Da wir in dieser niedrigen Höhe in unserem typischen Beobachtungsmodus („Horizontsondierung“) keine auswertbaren Messungen erwarten können, haben wir eine weitere Besonderheit von GLORIA genutzt. GLORIA kann nämlich auch so gedreht werden, dass das Instrument aus einem extra zu öffnenden Loch direkt nach unten („Nadir“) messen kann. Die Auswertung dieser Messungen ist zwar für uns alles andere als üblich, wir sind aber gespannt, was welche Parameter wir trotzdem ableiten können. Nach dem Flug zeigte sich bei der Inspektion auch direkt am Instrument der Einfluss des starken Rauchs. Das GLORIA Infrarot-Fenster war deutlich verschmutzt, konnte aber ohne größere Probleme wieder gereinigt werden.



Auch wenn es einige Wissenschaftler während Kampagnen nicht gerne wahrhaben wollen: Es ist auch hier wichtig, dass es regelmäßig freie Tage gibt, an denen nicht gearbeitet wird. Insbesondere bei Arbeiten an und mit dem Flugzeug ist es natürlich besonders wichtig, dass alle Beteiligten konzentriert und damit sicher arbeiten können, weshalb es gut ist, dass auf genügend Freizeit geachtet wird. Und letztendlich ist es natürlich dann auch sehr schön die einzigartige Natur Alaskas abseits der großen Stadt Anchorage (und vor allem abseits des Flughafens) zu erleben. Einige Kollegen schlossen sich zu Wanderungen zusammen, andere machten Bootstouren zu Gletschern.







