MOSES-Testkampagne misst anstatt Dürren derzeit Extremniederschläge

Foto: Benjamin Fersch (KIT)

Am 20. Mai startete nun offiziell die MOSES-Arbeitsgruppe „Hitzewellen/Dürren“ ihre Testkampagne im Untersuchungsgebiet nahe Fendt in Oberbayern. Doch noch am Nachmittag desselben Tages standen die beteiligten Wissenschaftler dann im Zentrum von Tief „Axel“ und auch die nächsten Tiefausläufer hatten reichlich Gewitter und Dauerregen im Gepäck. In nur wenigen Tagen fiel in der Region so viel Niederschlag wie sonst in einem Monat, die Ammer trat über die Ufer, Felder standen unter Wasser.

Bodenfeuchte 100 %. (Film: Matthias Zeeman, KIT)

 

Die Messsysteme, die eigentlich aufgebaut waren, um einen Einsatz bei Hitzewellen oder Trockenheit zu proben, erfassen stattdessen Extremniederschläge. Das Beobachtungskonzept wurde deshalb kurzfristig der neuen Situation angepasst: Im Fokus der Messkampagne stehen nun die Auswirkungen des Starkregens auf die Umwelt. Dank des flexiblen Sensor- und Einsatzkonzepts von MOSES sind solche kurzfristigen Änderungen auch vor Ort noch möglich. Gemeinsam mit der laufenden Testkampagne der Arbeitsgruppe „Hydrologische Extreme“ im Müglitztal (Erzgebirge, Sachsen) wird der Dauerregen an zwei Standorten gleichzeitig erfasst. Im Müglitztal konzentrieren sich die Untersuchungen auf die Entstehung von Starkregen und Hochwasser, bei Fendt vorrangig auf die Folgeprozesse.

Erfassung der Starkregenereignisse (Foto: Youri Rothfuss, FZJ)

Das Messprogramm kann wie geplant bis Mitte Juni weitergeführt werden, allerdings mit neuen Startbedingungen. Nun geht es nicht mehr um die Auswirkungen von Trockenheit auf den Boden, die Vegetation oder die Luftqualität, sondern um Starkregen und die Prozesse, die vor, während und nach einem solchen Extremereignis ablaufen. Die Messkampagne umfasst eine Reihe von Sensoren, die hier erstmalig eingesetzt werden.

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Autor: Ute Weber (UFZ)

Leser:innenkommentare (2)

  1. Markus Radtke

    Wenn das Testprogramm umgestellt wurde, was wird dann im Müglitztal Sachsen gemessen? Wetterballons steigen ja schon seit einer Woche nicht mehr auf. Und die KIT Cube Station ist auch nirgends zu sehen????

    1. MOSES-Team

      Hallo Markus Radtke,

      vielen Dank für das Interesse an den MOSES-Textkampagnen und unserem Blog. Momentan laufen zwei MOSES-Kampagnen parallel: eine Kampagne im bayrischen Voralpenland und eine zweite im Müglitztal.

      Die verschiedenen Arbeitsgruppen sind bei diesen beiden Kampagnen mit unterschiedlichen Schwerpunkten gestartet. Im Müglitztal geht es hauptsächlich um die Entstehung von Starkregen- und Gewitterereignissen, die dann zu Hochwassersituationen führen können. Bei den Messungen im Voralpenland standen die Untersuchungen im Vordergrund, die man braucht,
      um den Einfluss von Trockenheit und Hitze auf die Vegetation bewerten zu können. Beide Testkampagnen haben primär auch das Ziel, Menschen und Messgeräte auf die Herausforderungen realer Messkampagnen bei Wetterextremen vorzubereiten. Die Messkampagnen umfassen eine Reihe von Sensoren, die hier erstmalig eingesetzt werden.

      Aufgrund der starken Niederschläge im Süden von Deutschland musste das Messprogramm der Kampagne in Bayern kurzfristig der neuen Situation angepasst werden: Im Fokus der Messkampagne stehen nun die Auswirkungen des Starkregens auf die Umwelt und die „Erholungsphase“. D.h. wir beobachten, welche Prozesse in der Atmosphäre, im Boden sowie im Grundwasser ablaufen, wie die Vegetation auf solche Extremniederschläge reagiert und wie lange es dauert, bis wieder ein Normalzustand erreicht ist.

      Im Müglitztal laufen die Untersuchungen inkl. KIT-Cube bis Mitte Juli, dabei sollen verschiedene Formen von Niederschlagsereignissen beobachten werden. Viele Messungen erfolgen ferngesteuert. Bei neuen Starkregen- und Gewitter-Ereignissen führen die Wissenschaftler zusätzlich Intensivmesskampagnen durch – dazu starten wir dann auch wieder Wetterballons mit physikalischen Sensoren und die flächendeckende Kartierung der Bodenfeuchte.

      Viele Grüße vom
      MOSES-Team

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