Das Tief „Axel“ zieht nach Osten ab und der Regen der letzten Tage lässt nach. Das Müglitztal hat – verglichen mit der parallelen MOSES-Testkampagne in Fendt in Oberbayern – nur moderate Mengen an Niederschlägen abbekommen. Insgesamt sind hier in den letzten Tagen 30-40 mm Regen gefallen, an den Pegeln der Müglitz hat das kaum eine Veränderung zur Folge gehabt.
Für die MOSES-Testkampagne im Müglitztal war es die erste Intensiv-Messphase. Direkt vor Ort waren Teams aus Karlsruhe, Jülich und Potsdam. In dieser ersten Testphase wurde das technische Zusammenspiel der einzelnen Messgruppen gefestigt. Es haben sich nun tägliche Mess- und Kommunikations-Routinen etabliert. Bei Wind und Wetter wurden neben den automatischen Messungen u.a. im Bodenfeuchtenetzwerk, mit dem X-Band Radar und den Disdrometern zur Bestimmung der Niederschlagsmengen und Tropfengrößenverteilung auch zahlreiche aktive Messungen durchgeführt. So sind in den letzten vier Tagen im Schichtsystem rund um die Uhr alle 3 Stunden Radiosonden an Heliumballons zur Ermittlung von Temperatur- und Feuchteprofilen der Atmosphäre aufgestiegen.
Radiosonden-Ballon Start. (Film: M. Kohler, KIT)
Gleichzeitig wurden mit mobilen Geräten an 11 ausgewählten Standorten gemessen. Dazu wurden feldtaugliche Relativgravimeter sowie eine im Fahrzeug installierte Cosmic Ray Detektor Einheit eingesetzt. Ziel dieses Messaufbaus ist es, die Änderung der Wasserspeicherung, von oberflächennah bis in größere Tiefen räumlich sowie zeitlich aufzulösen.
Die erste Intensiv-Messphase hat es sogar bis ins lokale Fernsehen von MDR aktuell geschafft – eine mediale Herausforderung, die Martin Kohler (KIT) und Marvin Reich (GFZ) souverän gemeistert haben. Mit dem Abzug von Tief „Axel“ endet der erste Einsatz im Müglitztal – dieses muss dem Hoch „Ophelia“ Platz machen und lässt die beteiligten Mess-Teams erstmal wieder durchatmen – bis zur nächsten Intensiv-Messphase.
Autoren: A. Wieser, M. Kohler, J. Handwerker (KIT); M. Reich, A. Güntner (GFZ), Ch. Rolf (FZJ); C. Schütze, U. Weber (UFZ)
