Schlick bindet Kohlenstoff
Forschungsprojekt untersuchte Beeinträchtigung des Kohlenstoffkreislaufs in der Nordsee durch Klimawandel und menschliche Nutzung

In den vergangenen drei Jahren untersuchte das Verbundprojekt APOC unter Beteiligung des Helmholtz-Zentrums Hereon, wie Klimawandel und menschlicher Nutzungsdruck den Kohlenstoffkreislauf in der Nordsee beeinträchtigen. Das Projekt wurde gemeinsam vom Alfred-Wegener-Institut – Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung und dem Hereon koordiniert. Die Abschlussveranstaltung fand in Berlin statt, bei der es unter anderem ein Fachgespräch unter dem Motto „Schlick ist schick“ mit Vertretungen aus Politik, Gesellschaft und Wissenschaft gab.
Die Forschenden um die Projektkoordinatoren Prof. Dr. Sabine Kasten, Sedimentgeochemikerin am Alfred-Wegener-Institut und Dr. Wenyan Zhang, Ozeanmodellierer vom Hereon-Institut für Küstensysteme – Analyse und Modellierung, untersuchten die Bedeutung feinkörniger Sedimente (Schlick) der Nordsee als Speicher partikulären organischen Kohlenstoffs (POC) und zur Festlegung von Kohlenstoff/Kohlendioxid und wie diese Ökosystemleistung durch den globalen Klimawandel und anthropogenen Nutzungsdruck beeinträchtigt wird. Weitere Beteiligte waren das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, die Universität Hamburg und das Meeresschutzbüro des BUND.
Dr. Wenyan Zhang, Leiter der Abteilung Sedimenttransport und Morphodynamik, erklärte: „Am Helmholtz-Zentrum Hereon waren wir dafür verantwortlich, die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten wie die Grundschleppnetzfischerei, Offshore-Sandabbau, Sedimentausbaggerung und Verklappung, die an einigen ausgewählten Standorten von unseren Projektpartnern gemessen wurden, durch numerische Modellierung auf die gesamte Nordseeregion zu übertragen. Wir haben deutliche Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf organischen Kohlenstoff in den Oberflächensedimenten des Meeresbodens identifiziert und die zugrunde liegenden Mechanismen untersucht. Beispielsweise haben wir eine negative Auswirkung der Grundschleppnetzfischerei auf die Kohlenstoff-Speicherkapazität schlickiger Meeresbodenregionen festgestellt.“ Die Ergebnisse des APOC-Projekts könnten sowohl die nationale als auch die internationale Meeresraumplanung unterstützen, um die CO2-Speicherkapazität in den Sedimenten der Schelfmeere zu erhöhen und somit zum Klimaschutz beizutragen. (Quelle: Hereon News)
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