Spontane Winter-Expedition

290124_titel (Foto: Götz Flöser / Hereon)

„ElbeXtreme-Kampagne“ verfolgt die Hochwasserwelle der Elbe hinunter bis in die Nordsee und erhebt Daten

Screenshot hereon.de

Die Hochwasserwelle, die seit den Weihnachtstagen die Elbe hinunter bis in die Nordsee gerollt ist, haben Forschende von vier Helmholtz-Zentren koordiniert verfolgt und beprobt – eine seltene Gelegenheit, die Auswirkungen auf das Gewässer zu erforschen. Die gewonnenen Daten werden helfen, künftige Risiken besser zu verstehen und Voraussagen treffen zu können. Auch das Helmholtz-Zentrum Hereon ist beteiligt.

Den Zustand der Elbe von der Quelle bis zur Mündung untersuchen Helmholtz-Forschende im Rahmen des Messprogramms MOSES (Modular Observation Solutions for Earth Systems – Modulare Beobachtungslösungen für Erdsysteme) seit einigen Jahren. Ab diesem Jahr soll mit dem neuen Projekt ElbeXtreme im Rahmen der Forschungsmission mareXtreme der Deutschen Allianz Meeresforschung (DAM) der Fokus auf Extremereignisse gelegt werden.

Jetzt bot sich bereits vor dem Jahreswechsel die seltene Gelegenheit, die Untersuchungen während eines Hochwasserereignisses vorzunehmen. So wurde noch während der Weihnachtsfeiertage 2023 eine Ad-hoc-MOSES-Kampagne gestartet, die die Hochwasserwelle von der tschechischen Grenze bis zur Mündung in die Nordsee verfolgt und beprobt hat. Beteiligt sind das Helmholtz-Zentrum Hereon, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und das Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI).

Die Fragestellung dabei: Wie verändern Extremereignisse wie ein Hochwasser die Zusammensetzung des Gewässers? Die Untersuchungen umfassten Messungen der Leitfähigkeit und der Wassertemperatur mit Sensorsonden. Parallel dazu wurden Wasserproben entnommen, die im Labor auf biogeochemische Parameter wie Kohlenstoffverbindungen, klimaaktive Gase, Nährstoffe, Mikroverunreinigungen, Metalle und Pigmente untersucht werden. Wie sich diese und andere im Flusswasser gelösten Bestandteile mit unterschiedlichen Wasserfrachten, zum Beispiel bei Hoch- und Niedrigwasser, verändern, ist noch stets eine der ungelösten Schlüsselfragen der Küsten- und Meeresforschung.

Vom Sperrwerk in Geesthacht an übernahmen die Hereon-Forschenden das Monitoring der Flutwelle in der Tideelbe. Ihre Untersuchungen seien trotz der kurzfristigen Planung aktiv von der Hamburg Port Authority (HPA) und der Fährgesellschaft der Elbfähre Glückstadt-Wischhafen (FRS) unterstützt worden, was die gezielte Probenahme entlang des Tideflusses erst möglich gemacht habe, sagt Hereon-Physiker Dr. Götz Flöser. (Quelle: Hereon Pressemitteilung)

Lesen Sie die komplette Hereon Pressemitteilung:

==> Spontane Winter-Expedition (Hereon PM)

==> Website DAM (Deutsche Allianz Meeresforschung)

==> Website MOSES (Modular Observation Solutions for Earth Systems)

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