Der Krabbenkutter

130723_titel (Foto: Ina Frings / Hereon)

auf unserem Freitagsfoto trägt den Namen „Andrea“ (SD23) und gehört zu einer der größten deutschen Krabbenkutter-Flotten im Hafen von Büsum. Die umgangssprachlichen Krabben sind Nordseegarnelen (Crangon crangon) oder Granat.

Die Krabbenfischerei  ist ein Teilbereich der Fischerei und gilt als eine der ältesten Kulturtechniken der Fischerei in der Nordsee. Die deutsche Fangflotte wird aufgrund steigender Treibstoffkosten und sinkender Garnelenpreise immer kleiner. Doch es gibt noch weitere Einflussfaktoren, die Druck auf die Fischerei ausüben.

Wie könnte eine lebensfähige Garnelenfischerei in der Nordsee aussehen? Was passiert, wenn weitere Gebiete für die Fischerei gesperrt und für Naturschutz und Offshore-Energiegewinnung reserviert werden? Wie passen sich die Fischer an die steigenden Dieselpreise an? Wie sieht es mit den Auswirkungen des Klimawandels und der möglichen Abwanderung der traditionell befischten Arten aus? Wer sich einmal in die Lage eines Krabbenfischers versetzen möchte, kann dies im virtuellen Logbuch tun:

==> A shrimper’s virtual logbook

Grundlage für dieses virtuelle Logbuch ist das Viable North Sea Model (VINOS), das sich mit obigen Fragen auseinandergesetzt hat. Das Modell ist frei verfügbar und bietet nach dem Download ein benutzerfreundliches Dashboard zur Einstellung unterschiedlicher Parameter. Die Simulationen bieten die Möglichkeit, Szenarien für verschiedene Verhaltensweisen und Strategien der Fischerei zu erstellen. So können mit diesem Ansatz mögliche Zukunftsszenarien für die vielfältige Fischereigemeinschaft vorgeschlagen und ihre unterschiedlichen Anpassungsfähigkeiten hervorgehoben werden. Weitere Details sind im virtuellen Logbuch beschrieben.

Das VINOS Modell ist im Kooperationsprojekt MuSSeL (Multiple Stressors on North Sea Life) entwickelt worden. Das Leben auf dem Meeresboden der Nordsee ist vielen natürlichen und anthropogenen Veränderungen unterworfen, darunter die globale Erwärmung, die Verringerung der Nährstoffbelastung, sich ändernde Strömungen, die Verlagerung und Intensivierung der Fischerei, die Offshore-Windindustrie, Bagger- und Verklappungsarbeiten sowie die Einleitung von Schadstoffen. Im Projekt MuSSeL werden diese Veränderungen und ihre bisher unbekannten kombinierten Auswirkungen und Risiken für den guten ökologischen Zustand des Meeresbodens und die Vielfalt und Funktionsweise der benthischen Gemeinschaften untersucht.

Die Website des Projekts MuSSeL bietet neben dem virtuellen Logbuch weitere Story Maps:

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