Nordseesturmfluten im Klimawandel
Neue Broschüre zeigt Perspektiven der Küstenentwicklung auf

Durch den Meeresspiegelanstieg sind Nordseesturmfluten in den letzten Jahrzehnten häufiger und höher geworden. Da sich schon heute die Herausforderungen und Grenzen bisheriger Küstenschutzmaßnahmen abzeichnen, gibt es Handlungsbedarf, langfristig wirksamere Ansätze zu entwickeln. Bei anhaltend starkem Treibhausgasausstoß können schwere Nordseesturmfluten bis 2100 etwa bis 1,50 Meter höher auflaufen als heute. Küstenforscher des Helmholtz-Zentrums Hereon haben nun die wissenschaftlichen Grundlagen in einer Broschüre zusammengefasst, um die Erarbeitung sinnvoller Handlungsoptionen zu unterstützen. Die neue Broschüre „Nordseesturmfluten im Klimawandel –Perspektiven der Küstenentwicklung“ richtet sich sowohl an Politik und Planung als auch an die Küstenbewohnerinnen und Bewohner und andere Akteure mit Bezug zur Küste.
Nachdem der Küstenschutz an der Nordseeküste vor allem in den letzten Jahrzehnten immer stärker ausgebaut worden ist, wähnten sich viele Küstenbewohner in Sicherheit. Doch angesichts des Klimawandels tritt immer häufiger die Frage auf: „Worauf müssen wir uns künftig einstellen?“ „Abgesehen von der zunehmenden Belastung der Küstenschutzbauwerke und der verstärkten Erosion des Deichvorlandes, werden sich auch landeinwärts die Herausforderungen mehren“, so Dr. Insa Meinke, Leiterin des Norddeutschen Küsten- und Klimabüros am Helmholtz-Zentrum Hereon.
So ist durch den Klimawandel künftig sowohl mit höheren Nordseewasserständen als auch mit mehr Winterniederschlag zu rechnen. Dem dadurch erhöhten Entwässerungsbedarf stehen aufgrund des Meeresspiegelanstiegs geringere Sielzeiten gegenüber, in denen das Wasser durch das natürliche Gefälle in die Nordsee entwässert werden kann.
„Im Sinne einer nachhaltigen Küstenentwicklung können einzelne Politik- und Planungsbereiche nicht mehr getrennt voneinander betrachtet werden, sondern müssen miteinander verknüpft werden. Dies gilt beispielsweise für den Küstenschutz und die Entwässerung“, sagt Dr. Ralf Weisse, Leiter der Abteilung Küstenklima und regionale Meeresspiegelveränderungen. Da diese Bereiche ursächlich zusammenhängen, müssen sie gemeinsam weiterentwickelt werden. Der Klimawandel verstärkt ihre Wechselwirkungen. Deshalb stellt sich die Frage, wo künftige Klimaanpassungsmaßnahmen ansetzen sollten. Für den dafür notwendigen Diskurs bietet die neue Broschüre eine Grundlage, so die Autoren. (Quelle: Hereon Pressemitteilung)
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