Forschungsaufenthalt in Kanada

260923_titel (Foto: Christian Schmid / Hereon)

Beitrag von Anna Przibilla und Dr. Daniel Pröfrock, Abteilung Anorganische Umweltchemie

Anna Przibilla ist zu ihrem siebenwöchigen Forschungsaufenthalt in Kanada an der University of Calgary in der Forschungsgruppe von Prof. Michael Wieser aufgebrochen. Die Arbeitsgruppe zählt zu den erfahrensten weltweit, wenn es um die Isotopenanalytik von Molybdän geht.

Anna Przibillas Arbeit am Helmholtz-Zentrum Hereon ist im CARBOSTORE Projekt angesiedelt, das sich mit der Untersuchung der Speicherung von Kohlenstoff in Nord- und Ostsee beschäftigt. Ihre Proben haben schon vor ein paar Monaten die Reise angetreten und nach einigem Papierkram ging es am 7. September auch für sie endlich los nach Kanada. Die Kooperation mit der University of Calgary besteht schon seit 2018 und Anna ist nun die dritte Wissenschaftlerin des Helmholtz-Zentrums Hereon, die in Calgary neue Methoden kennenlernt und bei den Untersuchungen ihrer Proben auf die Expertise der kanadischen Kolleginnen und Kollegen zurückgreifen kann.

Das Projekt CARBOSTORE untersucht die Speicherung von Kohlenstoff in der Nord- und Ostsee. Während der Großteil des Nordseebodens durch sandiges Sediment und sehr niedrige Gehalte an organischem Kohlenstoff geprägt ist, gilt der Skagerrak zwischen Norwegen und Dänemark als das Haupt-Depotzentrum der Nordsee. Aufgrund der vorherrschenden Strömungen und der großen Tiefe akkumulieren hier feine Sedimente mit hohem Anteil an organischem Kohlenstoff, der über längere Zeiträume im Sediment abgelagert wird. Seit Canfield et al. (1993) haben mehrere Studien jedoch deutliche regionale Unterschiede in der Biogeochemie des Skagerraks gezeigt.

Um die potenzielle langfristige Speicherung von Kohlenstoff im Skagerrak besser verstehen zu können, wurden im Oktober 2021 im Rahmen einer CARBOSTORE Kampagne Sedimentkerne im Skagerrak aus bis zu 680 m Tiefe genommen. Ein Teil der Kerne wurde direkt untersucht zum Beispiel auf ihren Kohlenstoff- und Stickstoffgehalt sowie ihren organischen Kohlenstoffgehalt und es wurde eine Multielementanalyse durchgeführt. Außerdem wurden drei Kerne in Zusammenarbeit mit der Abteilung „Aquatische Nährstoffkreisläufe“ für bis zu zwölf Monate mit und ohne Sauerstoff inkubiert. Hierbei sind vor allem für das Element Molybdän große Unterschiede zwischen den Stationen aufgefallen. Da Molybdän-Isotopenverhältnisse als Proxy für die vorherrschenden Sauerstoff-Bedingungen genutzt werden können, sollen im Rahmen des Forschungsaufenthalts neben den Molybdän-Gehalten auch die Isotopenverhältnisse im Sediment und Porenwasser gemessen werden. Dadurch erhoffen wir uns, die räumlichen Unterschiede im Skagerrak sowie die ablaufenden Prozesse, die zum Beispiel zur Remobilisierung toxischer Elemente aus den Sedimenten führen können, zukünftig besser verstehen zu können.

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