Was müssen wir tun, damit „blaue“ Lebensmittel (Fisch, Meeresfrüchte und Algen) in einem sich ändernden Klima zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen? Das neue Handbuch, entstanden im Rahmen des Forschungsverbundes „Küstenmeerforschung Nordsee-Ostsee“ KüNO III, bietet einen inhaltlichen Einstieg und konkretisiert Handlungsfelder zur nachhaltigen Nutzung dieser Lebensmittel im Klimawandel.
Der Klimawandel hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich auf unsere Ernährungsgrundlagen ausgewirkt. Auch für Fisch und Meeresfrüchte verschlechtern sich die Lebensbedingungen, insbesondere durch Erwärmung, Sauerstoffmangel und Versauerung des Meerwassers. Viele ihrer Lebensräume gehen verloren, marine Nahrungsnetze werden umstrukturiert und Fischbestände verlagern sich in andere Regionen – nicht zuletzt in Nord- und Ostsee, wo auch kommerziell genutzte Fischarten deutscher Fischereien betroffen sind. Zusätzlich werden diese Fischbestände durch weitere direkte menschliche Einflüsse wie Nährstoffeinträge, Verschmutzung und (wasser)bauliche Maßnahmen beeinträchtigt. Die drastischen Bestandseinbrüche bei den Hauptzielarten der westlichen Ostsee, Dorsch und Hering, haben in den letzten 20 Jahren einen starken Rückgang insbesondere der kleinen Küstenfischerei bewirkt, die sich auf diese Zielfischarten fokussiert hatte.
In dem Handbuch werden Handlungsfelder für Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Konsumierende abgeleitet. „So können wir alle beispielsweise durch Änderungen im Konsumverhalten – weg vom Aquakulturlachs und Thunfisch, hin zu Hering, Makrele, Sardelle, Muscheln und Algen – zu einer nachhaltigen Nutzung ,blauer’ Lebensmittel beitragen“, sagt Autorin Dr. Insa Meinke.
Das Handbuch ist im Rahmen des Forschungsverbundes „Küstenmeerforschung Nordsee-Ostsee“ KüNO III entstanden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Forschung in diesem Verbund seit 2013. Fünf der sechs KüNO-III-Forschungsverbünde weisen inhaltliche Schnittmengen zur Fischerei in Nord- und Ostsee auf. Somit lag es nahe, dieses gesellschaftsrelevante Thema aufzugreifen. Als Projektpartner im KüNO-Dachprojekt CoTrans bündelt das Norddeutsche Küsten- und Klimabüro am Helmholtz Zentrum Hereon projektübergreifend praxisrelevante Forschungsergebnisse – wie z. B. in diesem Handbuch. (Quelle: Hereon Pressemitteilung)
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