Gemeinsame Pressemitteilung des Helmholtz-Zentrums Hereon, des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung (ZMT) und des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel
Eine neue Studie unter Beteiligung deutscher Forschungszentren zeigt: Küstenökosysteme sind eine allgemeine Treibhausgas-Senke
Die Küstenökosysteme in acht von zehn Weltregionen sind eine Netto-Treibhausgas-Senke. Das heißt: In diesen Regionen ist die Aufnahme von Kohlendioxid (CO2) stärker als die Emissionen von Methan und Distickstoffmonoxid (Lachgas). Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung der australischen Southern Cross University mit Beteiligung des Helmholtz-Zentrums Hereon, des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung (ZMT) und des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel. Die Studie wurde jüngst in Nature Climate Change veröffentlicht.
„Zu verstehen, wie und wo Treibhausgase in Küstenökosystemen freigesetzt und absorbiert werden, ist ein wichtiger erster Schritt zur Umsetzung wirksamer Klimaschutzstrategien”, sagt die Erstautorin und Leiterin der Studie Dr. Judith Rosentreter, Senior Research Fellow an der Southern Cross University in Australien. Der Schutz und die Wiederherstellung von Mangroven- und Salzwiesen-Lebensräumen sei beispielsweise eine vielversprechende Strategie, um die Aufnahme von CO2 durch diese küstennahen Feuchtgebiete zu erhöhen.
Für diese Studie wertete das internationale Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Messungen aus Küstenregionen von allen Kontinenten bis auf die Polarregionen aus. „Diese Studie ist Teil des RECCAP2-Projekts, das sich durch große und vielfältige Zusammenarbeit auszeichnet”, sagt Hereon-Küstenforscher Dr. Bryce Van Dam aus dem Institut für Kohlenstoff-Kreisläufe. RECCAP2 (Regional Carbon Cycle Assessment and Processes, Phase 2) wird vom Global Carbon Project koordiniert und sammelt regionale Treibhausgas-Daten für 14 große Regionen der Erde, um diese vergleichbar zu machen. (Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung des Hereon, ZMT und GEOMAR)
Lesen Sie die komplette gemeinsame Pressemitteilung:
==> Küsten als “Klimaschützer”
==> Website RECCAP2
Rosentreter, J.A., Laruelle, G.G., Bange, H.W., Bianchi, T.S., Busecke, J.J.M., Cai, W.-J., Eyre, B.D., Forbrich, I., Kwon, E.Y., Maavara, T., Moosdorf, N., Najjar, R.G., Sarma, V.V.S.S., Van Dam, B., & Regnie, P. (2023): Coastal vegetation and estuaries are collectively a greenhouse gas sink. Nat. Clim. Chang., doi:10.1038/s41558-023-01682-9
Abstract:
Coastal ecosystems release or absorb carbon dioxide (CO2), methane (CH4) and nitrous oxide (N2O), but the net effects of these ecosystems on the radiative balance remain unknown. We compiled a dataset of observations from 738 sites from studies published between 1975 and 2020 to quantify CO2, CH4 and N2O fluxes in estuaries and coastal vegetation in ten global regions. We show that the CO2-equivalent (CO2e) uptake by coastal vegetation is decreased by 23–27% due to estuarine CO2e outgassing, resulting in a global median net sink of 391 or 444 TgCO2e yr−1 using the 20- or 100-year global warming potentials, respectively. Globally, total coastal CH4 and N2O emissions decrease the coastal CO2 sink by 9–20%. Southeast Asia, North America and Africa are critical regional hotspots of GHG sinks. Understanding these hotspots can guide our efforts to strengthen coastal CO2 uptake while effectively reducing CH4 and N2O emissions.
