Unser letztes Freitagsfoto zeigte eine Wattwanderung im Dienst der Wissenschaft. Ein Leser konnte es sogar bis zum konkreten Standort der Aufnahme benennen! Die Aufnahme entstand an der Elbe/Ostemündung ungefähr in Höhe des alten Baljer Leuchtturms. Die Ausgangsfrage war, ob es sich überhaupt um Watt handelt. Denn üblicherweise hat man eher ein Bild von der Nordseeküste mit weiter Fläche vor Augen. Doch Watt kommt auch in Flussmündungen vor – überall dort, wo die Gezeiten Einfluss nehmen und die Bodenfläche bei Ebbe trocken fällt. Es gibt unterschiedliche Arten von Watt an den Küsten: Sand-, Misch-, Schlick- und Felswatt.
Auf unserem Freitagsfoto steuerten die Wissenschaftler einen vorher festgelegten Punkt zur Probennahme von Wasser und Sediment an. Auf dem Kartenausschnitt ist es die Probennahmestation Nr. 15.
Andere Stationen konnten mit dem Schiff oder dem Schlauchboot angefahren werden, um die Proben zu nehmen. Doch es bleiben immer Stationen, die nur zu Fuß erreichbar sind. Der obige Kartenausschnitt stammt aus der großen Messkampagne Wattenmeer 2014. Die Stationen werden vorher im Zusammenhang der wissenschaftlichen Fragestellung mit den Koordinaten exakt festgelegt. Das erklärt auch den “Schlenker” der Gruppe auf dem Bild. Nach kurzer Überprüfung mit dem GPS Gerät wurde eine Abweichung festgestellt, die Marschroute musste korrigiert werden.
Wie anstrengend und abenteuerlich eine Probennahme zu Fuß im Watt sein kann, wurde damals in einer kleinen Doku festgehalten:
==> Probennahme im Watt – Eine Einladung zum Schlickrutschen
