Noctiluca-Kampagne im August, Teil 2
Beitrag von Katharina Kordubel, Abteilung Biologische Kohlenstoff Pumpe
05.08.2022
Die Wasserproben werden auf unterschiedliche Parameter bearbeitet. Aus jeder Tiefe werden Pigmente und POC (Particulate organic carbon) ausgefiltert. Anhand dieser Informationen wird später bestimmt, welche Pigmente Noctiluca Zellen beinhalten und welchen Einfluss die Blüten auf die Kohlenstoffpumpe haben. Das Filtrat wird für Nährstoffe verwendet, um zusätzlich zu den physikalischen Eigenschaften der CTDs auch Informationen über die chemische Zusammensetzung des Wassers zu bekommen und später die Bedingungen für einen Start, Peak und Ende der Blüten zu definieren und so die Dynamik von Noctiluca in der Nordsee besser zu verstehen. Aus jeder Tiefe wird ebenfalls Wasser genommen und durch die FlowCam geschickt, welche ebenfalls Bilddaten produziert und einen direkten Einblick in die Phytoplankton Zusammensetzung gibt.


06.08.2022
Zusätzlich zu der CPICS wird auch der VPR (Video Plankton Recorder) eingesetzt. Mit einem größeren Probenvolumen und unterschiedlichen Vergrößerungen ist der VPR ideal, um Aufnahmen von Zooplankton zu machen. Zusammen mit den Bilddaten von der FlowCam und der CPICS erheben wir so Bilddaten aus allen Größenkategorien von kleinen Partikeln über Phytoplankton bis zu Megazooplankton wie Quallen oder Chaetognathen.

07.08.2022
Es wird ebenfalls der Sea Corer Sampler (SCS) auf dieser Reise eingesetzt, welcher wie ein großer, durchsichtiger Wasserschöpfer ist und einen guten Eindruck der Zooplankton Zusammensetzung aus einer bestimmten Tiefe gibt. Zusammen mit einer einfachen Fotokamera oder dem hochauflösenden VPR können außerdem Bilder erzeugt werden, die später dazu dienen, vertikale Bewegungen der Organismen in der Wassersäule zu bestimmen.

08.08.2022
Unsere gute Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Taucher Team auf Helgoland ermöglicht uns, geographisch und zeitlich gezielte Wasser-, Sediment- und Planktonproben zu nehmen. Außerdem kümmern sich unsere Kollegen um Wartung unserer stationären Unterwasserkamera im Margate Feld. Später wollen wir die Bilder von unseren an Bord eingesetzten Kameras mit denen von unserer stationären Kamera für Langzeitbeobachtungen aufgenommenen Bildern vergleichen.

09.08.2022
Auch dieses Mal konnten wir wieder beobachten, wie sich unter den richtigen Bedingungen Noctiluca Streifen an der Oberfläche bildeten. Verglichen mit der Kampagne Ende Juli ist auf dieser Reise Anfang August aber viel weniger Noctiluca im Wasser beobachtet worden. Wir gehen davon aus, dass es bald zum Ende der Blüte kommt.

Fazit:
Zusammengefasst haben wir auf den 3 Kampagnen um Helgoland herum erfolgreich die unterschiedlichen Blütenstadien von dem Meeresleuchttierchen Noctiluca scintillans beproben können. Von Juni bis August konnten wir allein anhand unserer Kamerabilder Trends erkennen, welche einen Start der Blüte Anfang Juni, maximale Abundanzen Ende Juni und ein Absterben der Blüte Anfang August andeuten. In den nächsten Monaten wird nun die Analyse der Proben erfolgen, welche uns über die Rolle von Noctiluca im Kohlenstoffkreislauf und im Ökosystem der Nordsee aufklären wird.





