Angedockt
Die Informationstafel am Elbufer wies schon längere Zeit darauf hin, dass am Seesteg in Tesperhude (Ortsteil Geesthacht) die Forschungsplattform angedockt wird und welche Aufgaben sie erfüllen soll.

Nun kann sie auch in Augenschein genommen werden. Ein Schwimmponton trägt einen Container, der komplett mit Messgeräten ausgestattet ist. Diese werden im Laufe der nächsten Zeit eingerichtet, kalibriert und in Betrieb genommen. Denn sie werden im Routinebetrieb überwiegend autonom arbeiten und die Messdaten an das Hereon übermitteln. Von Zeit zu Zeit werden Wissenschaftler sie warten oder bei Unregelmäßigkeiten überprüfen, denn die Forschungsplattform ist vom Zentrumsstandort fußläufig entfernt.

Bildergalerie

Die FerryBox ist ein wesentlicher Bestandteil der Forschungsplattform und wurde u.a. vom Helmholtz-Zentrum Hereon entwickelt. Das automatisierte Messsystem bestimmt physikalische und biogeochemische Parameter im Oberflächenwasser. Eine FerryBox besteht aus einem Wassereinlass, durch den Flusswasser kontinuierlich in einen Messkreislauf mit mehreren Sensoren gepumpt wird. Das Messsystem beinhaltet normalerweise Sensoren für Temperatur, Salzgehalt, Trübung und Chlorophyll-a-Fluoreszenz. Darüber hinaus können zusätzliche Sensoren eingebaut werden, zum Beispiel für Sauerstoff, Nährstoffe, pH, CO2 oder Algengruppen.
Die FerryBox misst eine Vielzahl an Parametern innerhalb eines Zeitintervalls von etwa 20 Sekunden. Solche regelmäßigen Messungen der Wasserqualität ermöglichen kontinuierliche und detaillierte Beobachtungen über einen langen Zeitraum hinweg. Das Helmholtz-Zentrum Hereon betreibt weitere FerryBoxen, unter anderem an der Elbe-Mündung in Cuxhaven.

Im Regionalteil des Hamburger Abendblatts ist ein ausführlicher Artikel erschienen, wie die Forschungsplattform in Tesperhude angedockt wurde.
==> Forschung: Schwimmendes Labor untersucht jetzt die Elbe
Die Forschungsplattform ist ein wesentlicher Bestandteil der Elbe-Nordsee Supersite der europäischen Forschungsinfrastruktur DANUBIUS-RI (International Centre for Advanced Studies on River-Sea Systems), welches zum Ziel hat, die Forschung in Fluss und Meer zusammenzuführen. Darüber hinaus ist sie auch mit der Forschungsinitiative MOSES (Modular Observation Solutions for Earth Systems) verbunden. MOSES untersucht die Auswirkungen von dynamischen Extremereignissen wie beispielsweise Starkregen und Hochwasser oder Hitzewellen und Dürren vor dem Hintergrund langfristiger Trends.







