Flammschutzmittel und Weichmacher im Ozean gefunden

Sogenannte PBDEs, die als Flammschutzmittel eingesetzt waren, wurden in den frühen 2000er Jahren endlich verboten. Diese wurden nach dem erfolgreichen Verbot durch eine andere problematische Gruppe, die Organophosphatester (OPE), ersetzt. Seitdem hat die Verwendung von OPEs stark zugenommen, ohne dass die Auswirkungen auf die Umwelt bekannt wären. Die Forscher untersuchten den Transport und das Vorkommen von OPEs und setzten sie in einen Kontext hinsichtlich ihrer potenziellen Risiken für Organismen und Menschen. Dr. Zhiyong Xie vom Institut für Umweltchemie des Küstenraumes des Helmholtz-Zentrums Hereon leitete eine internationale Gruppe und wertete aktuelle Studien zu OPEs in den Weltmeeren aus. Der Artikel erschien am 23. März 2022 in der Zeitschrift Nature Reviews Earth & Environment.
Dem Forschungsteam gelang es, das Vorkommen und die Ausbreitung von OPEs aus Quellen im Landesinneren (wie Abwasser, Oberflächenwasser und Elektroschrott) in die Küstenumwelt in Europa, Nordamerika und Asien nachzuweisen. Die sich bewegenden Luftmassen und Meeresströmungen transportieren OPEs aus besiedelten und industrialisierten Regionen in den offenen Ozean. Erhöhte Konzentrationen treten auch in der Arktis und in küstenfernen Regionen auf. Obwohl es nur wenige Studien über die Toxizität und die gesundheitlichen Auswirkungen von OPEs in Meeresorganismen gibt, haben Laborversuche gezeigt, dass einige OPEs nervenschädigend und krebserregend sind. Sie können nachteilige Folgen für das Erbgut, den Hormonhaushalt und die Fortpflanzung haben. Zhiyong Xie vom Helmholtz-Zentrum Hereon sagt: “Wenn wir eine toxische Substanz beseitigen, sollten wir sie nicht durch eine andere toxische Substanz ersetzen, die neue Probleme verursacht. Wir sollten über einen Ersatz für jede Art von toxischen Stoffen nachdenken, deshalb müssen wir nach umweltfreundlichen Stoffen suchen.” (Quelle: Pressemitteilung Hereon)
Lesen Sie die komplette Pressemitteilung:
==> Flammschutzmittel und Weichmacher im Ozean gefunden
Zhiyong Xie, Z., Wang, P., Wang, X., Castro-Jiménez, J., Kallenborn, R., Liao, C., Mi, W., Lohmann, R., Vila-Costa, M., & Dachs, J. (2022): Organophosphate ester pollution in the oceans. Nat Rev Earth Environ, doi:10.1038/s43017-022-00277-w
Abstract:
The large-scale use of organophosphate esters (OPEs) as flame retardants and plasticizers has led to their prevalence in the environment, with still unknown broader impacts. This Review describes the transport and occurrence of OPEs in marine systems and summarizes emerging evidence of their biogeochemical and ecosystem impacts. Long-range environmental transport via the atmosphere and ocean currents distributes OPEs from industrialized regions to the open ocean. OPEs are most prevalent in coastal regions, but notable concentrations are also found in the Arctic and regions far from shore. Air–water interactions are important for the transport of OPEs to remote oceans and polar regions. Processes such as degradation and sinking of particle-bound compounds modulate the properties and fate of OPEs in the water column, where they are potentially a non-accounted source of anthropogenic organic phosphorus for microbial communities. Some OPEs have toxic effects in marine species and are found in measurable quantities in fish and other aquatic organisms. However, there is conflicting evidence on the potential for bioaccumulation and biomagnification of OPEs. Future work must constrain the large-scale impact of OPEs on marine biota and biogeochemistry to support more effective regulation and mitigation.




