Sturmfluten an deutschen Küsten

250920_titel (Foto: Ina Frings)
Screenshot deutschlandfunk.de

Die Sturmflut in Hamburg von 1962 überstieg alle Vorstellungen der damaligen Zeit. Der Deutschlandfunk erinnerte mit seinem Kalenderblatt vom 16.02. daran. Man kann den Artikel lesen, doch das Audio-Format mit Originalton-Mitschnitten lässt das Drama eindringlich auf den Zuhörer wirken. Der Küstenschutz wurde seitdem verstärkt und bisher hielten die Deiche auch nachfolgenden, sogar höher auflaufenden Sturmfluten stand. Dr. Ralf Weisse, Leiter der Abteilung Küstenklima und regionale Meeresspiegelveränderungen, gibt zu bedenken, dass die Deiche irgendwann nicht mehr ausreichen. „Wir erwarten zum Ende des Jahrhunderts etwa 30 Zentimeter bis einen Meter Meeresspiegel-Anstieg an unseren Küsten, und die Unsicherheiten sind im Wesentlichen darauf zurückzuführen, wie wir uns mit den Treibhausgasemissionen weiter verhalten und wie insbesondere das Schmelzverhalten der Antarktis sich ändern wird.“

==> Sturmflut von 1962 / Die Nacht, als Hamburgs Deiche brachen

 

Screenshot ardaudiothek.de

Wie könnte es also unter dem Aspekt der Sturmfluten an deutschen Küsten in der Zukunft aussehen? Im tagesschau “Zukunfts-Podcast: mal angenommen” wurde das Gedankenexperiment durchgespielt, welche Folgen eine Erderwärmung von 2,5° C durch den Klimawandel in Deutschland hätte. Was würde das für die deutschen Küsten in Bezug auf Sturmfluten bedeuten? Reicht es aus, Deiche zu erhöhen und zu verstärken? Oder betrifft der steigende Meeresspiegel noch andere Prozesse? Dr. Insa Meinke, Leiterin des Norddeutschen Küsten- und Klimabüros, hat dazu im Gespräch dieses Szenario mit den entsprechenden Konsequenzen erläutert (ab Minute 2:10).

==> Klimawandel in Deutschland? Was dann?

 

 

 

Stürme und Sturmfluten an deutschen Küsten – gestern, heute, morgen. In Zusammenarbeit o.a. Abteilungen im Institut für Küstensysteme – Analyse und Modellierung wurden sog. Monitore entwickelt, die das Geschehen über einen längeren Zeitraum von damals bis in die Gegenwart abbilden. Der Sturmflutmonitor zeigt die Entwicklung von Sturmfluten in den letzten Jahrzehnten in Bezug auf Höhe, Häufigkeit, Dauer und Intensität. Die Sturmfluten der aktuellen Saison werden mit denen vergangener Jahre verglichen. So lässt sich erkennen, ob das aktuelle Sturmflutgeschehen ungewöhnlich ist, und ob dies im Zusammenhang mit einer langfristigen Änderung steht.

==> Sturmflutmonitor

Der Sturmmonitor informiert über das Sturmklima der Gegenwart und Vergangenheit in verschiedenen Regionen Deutschlands. Dafür werden tagesaktuell Messwerte des Deutschen Wetterdienstes ausgewertet und mit eigenen langfristigen Statistiken verglichen. Somit kann eine Einschätzung erfolgen, ob aktuelle Sturmereignisse oder die aktuelle Sturmsaison ungewöhnlich stark im Vergleich zu früher sind.

==> Sturmmonitor

Leser:innenkommentare (2)

  1. Reiner Gerke

    Als Bremerhavener kann ich mich gut an die Sturmflut 1962 erinnern, die ich als 13-jähriger erlebt habe. Unser Vater war tagelang für den Zivilen Bevölkerungsschutz im Einsatz, Sacksäcke füllen und die Verpflegung der Einsatzkräfte war seine Aufgabe. Ohne den guten Deichschutz und das gerade eingeweihte Geestesperrwerk hätte die “Bürgermeister-Smidt-Straße” und die gesamte Innenstadt Land-Unter gemeldet. So waren es außer den schwer beschädigten Tiergrotten (Zoo am Meer) zwar auch Schäden zu verzeichnen, aber lange nicht die Katastrophe wie in Hamburg. In der Schule gab es außer der Sturmflut kein anderes Thema. Auch nach 60 Jahren sind die Erinnerungen geblieben.

    1. Ina Frings

      Herzlichen Dank, dass Sie Ihre persönlichen Erfahrungen mit uns teilen. Das ist gelebte Geschichte von Zeitzeugen, die in der Schilderung deutlich einprägsamer ist und somit viel mehr Menschen in Erinnerung bleibt.

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