Langlebige organische Schadstoffe, so genannte POPs (Persistent Organic Pollutants), stellen aufgrund ihrer Eigenschaften von Persistenz (Langlebigkeit), Bioakkumulierbarkeit (Anreicherung in Biota, Nahrungskette), Toxizität (Giftigkeit) und Verbreitung durch weiträumigen Transport eine Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Einige Substanzen sind im Stockholmer Übereinkommen über persistente organische Schadstoffe aufgenommen und ihre Verwendung verboten bzw. stark reguliert worden. Als das Übereinkommen 2001 verabschiedet wurde, standen 12 Substanzen, das sog. „Dreckige Dutzend“, auf der Liste. Seitdem sind regelmäßig weitere Stoffe hinzugekommen.
Stoffklassen mit Vertretern, die in den Bereich der POPs fallen, unterscheiden sich in der Bezeichnung je nach chemischen Verbindungen als PFAS, PCBs, PCDDs usw. Doch egal, welchem “Kürzel” diese Substanzen angehören, sie werden bei Überschreitung festgelegter Schwellenwerte (HBM des Umweltbundesamts) als gesundheitsgefährdend eingestuft. Erhöhte Konzentrationen einiger dieser Substanzen im menschlichen Blut können z.B. die Wirkung von Impfungen vermindern und das Immunsystem schwächen.
PFAS begleiten uns in unserem Alltag auf Schritt und Schritt. Manchmal im wahrsten Sinne des Wortes: Schuhe und Textilien, die als wasser- und schmutzabweisend deklariert sind. Doch sie stecken auch in Verpackungsmaterial wie z.B. Pizzakartons oder Pappbechern wegen ihrer fettabweisenden Eigenschaft.
Einige Substanzen aus der PFAS Gruppe sind nicht nur extrem langlebig, sondern mittlerweile bis in die Arktis verbreitet. So konnten PFAS nachgewiesen werden inklusive eines neuen Ersatzstoffes (Pressemitteilung HZG):
==> Neuer organischer Schadstoff im Arktischen Ozean nachgewiesen
Auch die American Chemical Society brachte zur Veröffentlichung der Studie eine Pressemitteilung heraus:
==> Newer PFAS compound detected for first time in Arctic seawater
Der NDR hat vor einigen Tagen Hanna Joerss und Dr. Jürgen Gandraß aus der Abteilung Umweltchemie besucht und über die Eigenschaften der nachgewiesenen PFAs sowie deren Gefahr für die Umwelt berichtet. Der Beitrag wurde im NDR Schleswig-Holstein Magazin ausgestrahlt und ist noch in der Mediathek verfügbar. Darüber hinaus wird auch die Stellungnahme des Umweltbundesamts (UBA) sowie das Ergebnis einer Studie erwähnt, dass Kinder und Jugendliche zu viel PFAs im Blut haben.
==> PFAS – langlebig und nicht zu zerstören (NDR Filmbeitrag)
==> Kinder und Jugendliche haben zu viel PFAS im Blut (Pressemitteilung UBA)
==> Steckbrief PFAS (Umweltprobenbank des Bundes)
Bereits vor einiger Zeit wurde auf der Wissensplattform Erde und Umwelt (ESKP) ein zweiteiliges Interview mit Prof. Dr. Ralf Ebinghaus, Leiter der Abteilung “Umweltchemie”, zum Thema langlebige organische Schadstoffe (POPs) veröffentlicht.
