Mitarbeiter stellen sich vor: Tina Sanders
Welchen fachlichen Hintergrund haben Sie?
Ich habe in Oldenburg und Hamburg Biologie und politische Wissenschaft studiert, meine Schwerpunkte waren dabei Mikrobiologie und Molekularbiologie. 2006 habe ich meine Diplomarbeit über kälteangepasste Nitrit oxidierende Bakterien in Permafrostböden geschrieben. Mit meiner Doktorarbeit konnte ich an das Thema meiner Diplomarbeit anknüpfen, diesmal ging es um die Ammoniak oxidierenden Bakterien. Die Ammoniakoxidation und die Nitritoxidation bilden zusammen den Prozess der Nitrifikation als wichtigen Teil des Stickstoffkreislaufes.
Während meiner Promotion hatte ich zweimal die Möglichkeit, an Expeditionen ins Lena Delta im Nordosten Sibiriens teilzunehmen, was eine unvergesslich spannende Erfahrung war. Hier am Helmholtz-Zentrum Geesthacht beschäftige ich mich auch noch mit dem Stickstoffkreislauf und speziell der Nitrifikation, vor allem vor unserer Haustür im Elbe Ästuar. Die Untersuchung von stabilen Isotopen dienen dabei als Methode, Quellen, Senken und Prozesse des Stickstoffs zu identifizieren. Im Rahmen meines aktuellen Projekts, was sich mit Nährstoffen und Schadstoffen im Meereis beschäftigt, hatte ich im letzten Jahr (2019) die Möglichkeit, wieder ins Lena Delta zu fahren. Spannende Erfahrung nach mehr als 10 Jahren.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
Wie fast alle WissenschaftlerInnen habe ich keinen typischen Arbeitstag. Es gibt Tage, an denen ich neue Ausfahrten und Probennahmen vorbereite und mir Konzepte überlege. Dann bin ich auch mal über Wochen im Labor und messe unsere Wasserproben am IRMS, einem Isotopen Massenspektrometer. Manchmal schraube ich an eben jenem herum, weil sich hier und da wieder ein Problem eingeschlichen hat.
Ich sitze aber auch viel am Computer, da wir ja nicht nur Proben nehmen, messen und auswerten, wir schreiben auch Veröffentlichungen, damit die Welt da draußen auch mitbekommt, was wir hier in der Grundlagenforschung eigentlich tun. Zusätzlich fahre ich auch hin und wieder auf Tagungen, um mich mit anderen Wissenschaftlern auszutauschen und meine Forschung zu präsentieren. Über den bürokratischen Kram, der noch gemacht werden muss, will ich an dieser Stelle eher schweigen.
Am meisten Spaß machen natürlich die großen und kleinen Expeditionen – Ende des Jahres (2020) geht es hoffentlich mit dem Forschungsschiff “Sonne” in das Arabische Meer.
Was war Ihr bisher größter Erfolg?
Ein großer Erfolg war natürlich meine erfolgreiche Promotion 2011. Aber ansonsten schaffen wir die Erfolge meistens im Team, wenn wir eine Ausfahrt gut über die Bühne bringen, wenn wir endlich einem spannenden Geheimnis der Umwelt auf die Schliche kommen. Wenn wir die Bachelor- und Master-Studierenden zu einem Abschluss bringen. Wenn wir unsere Equipments wie das Massenspektrometer am Laufen halten und neue Methoden und Ansätze entwickeln.
Was ist Ihr großes Ziel?
Mein großes Ziel ist, dass meine Forschung ein Puzzleteil liefert, um die Umwelt besser zu verstehen. Ich möchte die Prozesse und Zusammenhänge verstehen und vermitteln. Damit können wir dann hoffentlich besser mit den Ressourcen der Welt umgehen lernen.
Neben der wissenschaftlichen Arbeit halte ich es auch für wichtig, sich die Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft anzusehen und sie zu verbessern. Gute Wissenschaft braucht gute Arbeit. Natürlich brauchen wir für die wissenschaftliche Arbeit viel Idealismus, aber trotzdem auch planbare und verlässliche Karrierewege. Das geht in meinen Augen nur mit mehr festen Stellen.
Was ist Ihr persönliches Markenzeichen?
Ich trage eigentlich immer T-Shirts, auch im tiefsten Winter. Da hat mich wohl die Polarforschung in Sibirien stark geprägt!
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