Küstenforschung

Strandkörbe an der Wasserkante

Diesen Luxus direkt am Meer kann man nur an der Ostseeküste während der Sommermonate genießen – sofern keine Sturmflut angesagt ist. Denn an der Ostsee beträgt der Gezeitenunterschied nur einige Zentimeter und ist fast nicht wahrnehmbar.

Strandkörbe auf der Insel Poel an der Ostsee (Foto: Ina Frings / HZG)

Anders hingegen an der Nordseeküste: Hier stehen die Strandkörbe weit genug von der Wasserkante weg, die sich durch die Tide ständig um etliche Meter verschiebt. Im unteren Foto liegt der Spülsaum bei Ebbe ziemlich weit weg, doch der dunkel gefärbte Sand verrät, wie nah die Wasserkante bei Flut ist. Da selbst Ebbe und Flut unterschiedlich stark ausfallen, wird für den Bereich der Strandkörbe noch eine “Sicherheitszone” einkalkuliert.

Strandkörbe auf der Insel Norderney (Foto: Ina Frings)

Was auf obigen Fotos klar ersichtlich ist, konnte man auch in unserem letzten Freitagsfoto erkennen. Womit die gestellten Rätselfragen gar nicht so schwer waren und auch sehr schnell beantwortet wurden.

Worin liegt der Unterschied zur Nord- und Ostseeküste? Warum sind selbst die Wasserstände bei Ebbe und Flut nicht gleich? Die Erklärung, dass die Gravitation von Sonne und Mond mit den zugehörigen Gezeitenkräften die Wasserbewegungen der Ozeane auf der Erde beeinflussen, ist sehr vereinfacht formuliert. Der Wikipedia-Artikel Gezeiten oder Tiden zeigt, dass es doch komplizierter ist. Und eine  Gezeitenvorausberechnung, wie sie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) vornimmt, gibt den zu erwartenden Wasserstand aufgrund der astronomischen Konstellation und unter mittleren meteorologischen Bedingungen an.

Denn es gibt noch andere Einflussfaktoren. Bei Nord- und Ostsee besteht z.B. ein gravierender Unterschied, dass die Ostsee quasi ein Binnenmeer ist und nur einen schmalen Zugang zur Nordsee hat. Die Nordsee hingegen ist ein Randmeer des Atlantischen Ozeans, wodurch beim Tidenhub mehr Wassermassen in Bewegung kommen. Auch der Wind spielt eine Rolle. Wenn bei Flut zusätzlich starker Wind hinzukommt, der das Wasser Richtung Küste drückt, läuft die Flut umso höher auf. So können Sturmfluten entstehen, wovon auch die Ostsee betroffen ist. Ebenso sind Küstenform sowie Meeresgrund und -tiefe entscheidend, wie ausgeprägt die Tide verläuft. Tatsächlich regional unterschiedlich in den weltweiten Küstenregionen.

==>  Warum sind Ebbe und Flut nicht überall gleich stark? (welt.de)

==>  Gezeiten (wikipedia.org)

==>  Gezeitenvorausberechnung und Wasserstandsvorhersage (bsh.de)

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