Deutsch-britische Zusammenarbeit

010818_titel (Foto: Hanna Joerss / Hereon)

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das britische Natural Environment Research Council (NERC) fördern gemeinsam unter dem britischen Dachprogramm „Changing Arctic Ocean“ (CAO) 12 Projekte, die den Wandel in der arktischen Region näher untersuchen. Ziel der Projekte ist es, die Erwärmung der Arktis und deren Einfluss auf das globale Klima und auf die Lebensgemeinschaften in den Polarregionen zu erforschen.

An 2 Projekten sind Wissenschaftler des Instituts für Küstenforschung beteiligt, wovon je eine Wissenschaftlerin als Co-Projektleiterin fungiert

Projekt EISPAC

Foto: privat

Wie sind Nährstoffe, organische Schadstoffe und Mikroplastik in der Arktis verteilt? Was bedeutet es für die Meeresumwelt, wenn das Eis schmilzt und die Stoffe auf einmal in die Wassersäule gelangen? Diesen und anderen Fragen gehen die Wissenschaftler im Projekt EISPAC (Effects of ice stressors and pollutants on the Arctic marine cryosphere) nach. Sie wollen herausfinden, wie viele dieser Substanzen in die arktischen Systeme, in dem Fall in die Eisflächen und in das Wasser gelangen und wie diese in das arktische Nahrungsnetz einfließen. Außerdem untersuchen sie, wie die Nähr- und Schadstoffe auf und im Eis selbst verändert werden.

„Die Arktis ist wahnsinnig spannend, weil sie sich so schnell verändert – und weil es kaum direkte menschliche Einflüsse gibt. Über die Einflüsse auf Nährstoffumsätze wissen wir bislang noch nicht viel, weil dieses Gebiet schwer zu untersuchen ist. Deshalb ist EISPAC eine große Chance für uns, das System besser zu verstehen“, so Dr. Kirstin Dähnke, Co-Leiterin des Projektes EISPAC.

Projekt MiMoMe

Foto: J.-R. Lippels / HZG

Welche Auswirkungen haben die Folgen des Klimawandels auf das Nahrungsnetz in der Arktis? Um das herauszufinden, entwickeln die Wissenschaftler mathematische Modelle am Computer. Das Ökosystem Arktis wird hierbei von den kleinsten Organismen, den Mikroben, bis hin zu den größten Lebewesen, der sogenannten Megafauna, analysiert.

„Die Auswirkungen des Klimawandels sind in der Arktis besonders spürbar und die Tatsache, dass durch die Klimaerwärmung das Eis immer weiter zurückgeht, führt zu ganz grundlegenden Veränderungen sowohl in den räumlichen und zeitlichen Mustern des Arktischen Ökosystems als auch in der Zusammensetzung des Nahrungsnetzes“, so Dr. Ute Daewel, Co-Leiterin des Projektes MiMeMo (Microbes to Megafauna Modelling of Arctic Seas). „Unser Ziel ist es, diese Veränderungen umfangreich mit Hilfe angepasster Modellsimulationen zu untersuchen. Dabei geht es auch darum zu verstehen, welche wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung die Veränderungen haben.”

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