Schelfeis Ade!

Ekstroemtal
Ekstroemtal

Endlich haben wir wieder festen Boden unter den Füßen. Mach vielen Tagen auf dem Schelf haben wir heute Nachmittag um 17h messender Weise die Aufsetzlinie des Ekströmisens überquert. Diese wird auch Gründungslinie oder „grounding line“ genannt. Davor waren wir auf einer Eisplatte unterwegs, die meistens so um die 450 m mächtig war. Bei unserer Fahrt heute Nachmittag konnten wir in der Seismik beobachten, wie sie auf ca. 900 m Mächtigkeit zugenommen hat. Gleichzeitig wurde die Wasserschicht, auf der das Eis im Meer aufschwimmt, immer dünner. Waren es vorgestern noch um die 600 m, so ging es heute erst längere Zeit auf 90 m runter und dann schließlich auf Null. Dort treffen sich Boden und Eis und das Eis sitzt auf.

Wo der Punkt genau ist, hängt aber von den Gezeiten ab. Da das Wasser seinen Stand auch hier ändert, verändert sich auch die Höhe des Schelfs. Um diesen Punkt für die Auswertung unserer Messungen genau zu bestimmen, sind werden wir heute und morgen mit dem Motorschlitten mehrmals über die Gründungslinie fahren. Nur er eine Teil bewegt sich, der andere bleibt ruhig. Wo genau der Übergang ist, das sehen wir auf unseren Aufzeichnungen mit einem geodätischen GPS-Gerät. Zwar gibt es hierzu auch verschiedene Satellitenverfahren, die haben aber alle ihre Stärken und Schwächen. So variiert die Position der Gründungslinie, die eigentlich eine Aufsetzzone ist, um bis zu mehrere Kilometer, je nach Verfahren.

An den Übergangsstellen von schwimmendem zu aufsitzendem Eis kann es Gletscherspalten geben. Aber nicht nur wegen der Hebung durch Ebbe und Flut, sondern auch durch unterschiedliche Geschwindigkeiten, mit denen das Eis fließt. Jetzt sind wir auf einem kleinen Höhenrücken oberhalb der Gründungslinie und könne bei tief stehender Sonne sogar ein Tal erkennen, durch welches es zum Schelf runtergeht. Im Hintergrund der Sörasen. Wer genau hinschaut (bei der Bildqualität zugegebenermaßen nicht einfach), erkennt in dem dunkelgrauen Streifen eine Reihe von hellen Querstreifen. Das sind Sichelspalten an der Westseite des Ekströmisens. In schönen regelmäßigen Abständen von mehreren Hundert Metern zwischen den Spalten klafft hier das Eis eine um einige zehner Meter auseinander, bei einer Breite von bis zu einem Kilometer. Die Gegend hier wurde seit mehreren Jahrzehnten schon bei verschiedenen Expeditionen erforscht. Man weiß daher sehr genau, wo die Spalten sind. Die Traversenrouten verlaufen entsprechend sicher. Da wir uns von den Spalten also in sicherem Abstand gehalten haben, gibt es leider keine Nahaufnahmen.

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