Zum Abschluß – 28.7.14

Nach Abstieg und Verstauen der über 400 kg Fracht im Bus konnte die Exkursion ohne große Zwischenfälle beendet werden. Der Geländekurs hatte zum Ziel, den Studierenden nach den theoretischen Inhalten der Vorlesungen die Eigenarten und verschiedenen Facetten eines Gletschers in Wirklichkeit vor Augen zu führen. Hierzu gehören geomorphologische Strukturen wie Seitenmoränen, aus denen vergangene Gletscherhöchststände abgeleitet werden können, basale Ablagerungen wie Grundmoränen und kleine Vorstufen eines Esker/Os, und verschiedene Eisformen eines Gletschers wie Toteis oder Aufeis.

Zudem wurden die verschiedenen, im Feld eingesetzten Methoden der Glaziologie ebenfalls in „echtem“ Einsatz, d.h. in laufenden Beobachtungsprogrammen, gezeigt:
- Gravimetrie zur Bestimmung der Massenänderung
- Pegelmessungen für Schmelze und Schneezutrag
- Dichte und Schneedicke im Schneeschacht für lokales Schnee-Wasser-Äquivalent
- Bodenradar zur Kartierung von Schneedicke und Schmelzlagen
- Reflexionsseismik für Eisdicke und Schichtmächtigkeit der liegenden Sedimente
- GPS-Messung für Oberflächentopographie, Oberflächenänderung und Eisgeschwindigkeit
- Abflußmessungen in Verbindung mit Niederschlag zur Bestimmung der Gesamtmassenänderung
Ein Gesamtbild des Gletscherzustands kann man nur erhalten, wenn all diese Methoden zusammen angewandt und ausgewertet werden. Daher war es auch sehr hilfreich, dass die Exkursion durch Mitarbeiter der KEG ebenso wie des AWI begleitet wurden, die mit ihrer technischen Expertise und hochalpinen Erfahrung einiges Wissen vermitteln konnten, wofür ihnen hier noch einmal ausdrücklich gedankt werden soll.

Nebenbei wurde dabei auch deutlich, dass Feldarbeit körperliche Arbeit im eigentlichen Sinne bedeutet, gerade im weglosen Gebirge. Während Bergsteiger sich „nur“ um ihre eigenen Sachen kümmern müssen, so gehört bei wissenschaftlichen Tätigkeiten immer auch noch die Messausrüstung dazu. Dabei ist insbesondere die Energieversorgung mit schweren Batterien ein Hauptproblem, vor allem bei aktiven Methoden wie Radar oder Seismik.
Was den Blog betrifft, so ist dies in den Alpen erstaunlicherweise schwieriger als in der Antarktis. Während man dort meist ein Satellitentelefon zur Verfügung hat, ist man in den Alpen auf das Mobilfunknetz angewiesen. Und das hat viele Löcher, gerade in den Tälern der Hochlagen, in denen keine Skigebiete sind. Die meisten Beiträge wurden von den Teilnehmern verfasst, was an den Initialen am Ende zu erkennen ist. So wird neben der Darstellung des neu Gelernten auch deutlich, was die Teilnehmer so bewegt. Neben den unangenehmen Seiten der Feldarbeit, wie das uns nicht immer so gesonnene Wetter, auch die erfreulichen Aspekte wie Gastfreundschaft, Kollegialität und gegenseitige Hilfe.





