Augenspiegel 25-15: Was darf’s denn sein?

Im Undulator-Café. Bild: HZB
Im Undulator-Café. Bild: HZB

Kunden sind irgendwie beides: praktisch, weil sie bezahlen, und nervig, weil sie immer noch mehr wollen. Bei uns in der Forschung gibt es ein ähnliches Anbieter-Kunden-Verhältnis natürlich auch bei den Drittmittelaufträgen. Darüber hinaus bieten Großforschungsorganisationen wie die Helmholtz-Zentren ihre Forschungsinfrastrukturen (wie es so schön heißt), also etwa einen Teilchenbeschleuniger, ein Forschungsschiff oder Forschungsflugzeug, der ganzen Wissenschaft zur Nutzung an. Da die Kunden dafür nichts bezahlen müssen, nennen wir sie Nutzer. Sie müssen sich lediglich bewerben und dann im Wettstreit mit anderen Forschungsgruppen ausgewählt werden. Was die Nutzer gerne hätten, das beschreibt dieses Video am Beispiel der Photonenquelle BESSY II sehr schön:

Video: HZB

Diese Woche fand der FastForwardScience-Wettbewerb für Wissenschaftsvideos statt – zumindest in der Kategorie SuperFast. Dabei gab Wissenschaft  im Dialog ein Thema (dieses Jahr: „under pressure“) vor und alle Teilnahmewilligen hatten dann genau 48 Stunden Zeit, ein Wissenschaftsvideo dazu zu produzieren und auf Youtube hochzuladen. Das Gewinnervideo stellt ein Forschungsgerät vom GEOMAR-Helmholtz-Zentrum aus Kiel vor, das es gewohnt ist, unter viel Druck zu arbeiten.

Video: GEOMAR

Mehr Zeit zur Teilnahme an einem anderen Wettbewerb haben Schülerinnen und Schüler beim neuen Schulwettbewerb zum Jahr des Lichts. Dort sind Videos von selbstgebauten Rube-Goldberg-Maschinen gefragt, die einen Bezug zum Thema Licht haben. Eine ziemliche Herausforderung. Hier ein Beispiel von Mitausrichter DPG:

Video: DLR / DPG

Dornröschen im All

Nach 211 Tagen im schattenbedingten Schlafmodus hat sich Kometenlander Philae am vergangenen Wochenende wieder gemeldet …

… und wurde sogleich freundlich begrüßt …

Sage und schreibe 545 Tage im Schlafmodus befand sich der Raumfahrt-Podcast Raumzeit. Der Audio-Podcast im Auftrag von ESA und DLR gehörte zwischen seiner Gründung im November 2010 und der vorerst letzten Folge im Dezember 2013 zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Wissenschaftspodcasts. Als einer seiner Mitinitatoren fand ich es extrem schade, dass nach meinem Wechsel vom DLR zu Helmholtz Mitte 2012 und der letzten DLR-Raumzeit-Episode im Dezember 2012 diese Zusammenarbeit nicht fortgesetzt wurde. Nun jedoch führt Moderator Tim Pritlove die Raumzeit in Eigenregie weiter. Diese Woche erschien die erste neue Folge seit anderthalb Jahren, natürlich zum Thema Philae. Demnächst soll es weitere Folgen geben – eventuell mit einem neuen Partner.

Blick in die Blogs

Wie sehen eigentlich Smartphone-Bildschirme und andere Displays unterm Mikroskop aus? André Lampe hat es für Euch getestet. Hier gibt es einen Bericht von einem Besuch der Fusionsforschungsanlage Wendelstein 7-X.

Termine

Die Helmholtz-Gemeinschaft wird 20 Jahre alt. Zwar gab es vorher schon eine Vorläufer-Organisation, aber 1995 wurden wir in Helmholtz-Gemeinschaft umbenannt. Am Mittwoch, 24. Juni 2015 gibt es dazu eine Festveranstaltung, die wir 18.00 Uhr auf unserer Homepage per Livestream übertragen. Außerdem: Im Juli gibt es zwei Science Camps für Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren am KIT.

Kurz verlinkt

Zum Schluss noch einige schnelle Links:  Passwörter sind unsicher. Hier wird die interessante Idee vorgestellt, sie durch Emojis zu ersetzen. Die Whatsapp-Generation dürfte es freuen. Und schließlich: Zur Beachtung empfohlen: Zehn Regeln für die gute Wissenschaftsmeldung.

Die Augenspiegel-Kolumne

Die wöchentliche Kolumne „Augenspiegel – Webfundstücke rund um die Wissenschaft“ erscheint freitags im Blogportal der Helmholtz-Gemeinschaft. Darin stellt Henning Krause, Social Media Manager in der Helmholtz-Geschäftsstelle, Internetfundstücke aus dem Web 1.0 und dem Web 2.0 vor, die zeigen, wie sich der gesellschaftliche Diskurs um Wissenschaft im Internet abspielt: neue Kommunikationsformen, neue Technologien und Kommunikationskulturen. Bei dieser Kuratierung spielen Blogs, Apps, Facebook, Youtube und Twitter eine Rolle – anderseits auch Internet-Meme, Shitstorms und virale Videos.

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