Augenspiegel 11-14: Wissenschaft im TV, erforschte GIFs und Videos aus einem Vulkan

Hochschulwettbewerb 2014
Hochschulwettbewerb 2014

Die Populisierung der Naturwissenschaften gelingt nicht nur mit drögen Berichten und todernsten Erklärungen. In der Tat kann man sich fragen, wer mehr für die Verbreitung der Faszination Forschung getan hat: die profesionelle Wissenschaftskommunikation oder Elemente der Popkultur wie die CBS-Fernsehserie „The Big Bang Theory“ und populäre Facebook-Seiten, die Wissenschaft ohne große Hürden kommunizieren – einfach, emotional und begeisternd.

Zehn Millionen Fans hat zum Beispiel die Facebook-Seite „I fucking love Science„, abgekürzt IFLscience. Fast jeder 100. Facebooknutzende hat also die netten kleinen Fundstücke rund um die Wissenschaft abonniert. Über Multiplikationseffekte erreicht sie sogar bis zu 50 Millionen Facebook-Nutzerinnen und Nutzer. Bloggerin Elise Andrew, Jahrgang 1989, gründete die Seite im März 2012. Es folgte ein Youtube-Kanal und nun überschreitet IFLscience die Grenzen von Social Media: Auf der SXSW-Konferenz verkündete Elise Andrew, dass es eine IFLscience-Fernsehserie in den USA geben werde. Eine beachtenswerte Karriere in der Wissenschaftskommunikation.

Cosmos

Apropos Wissenschaft im US-Fernsehen: Die legendäre Doku-Serie „Unser Kosmos“ von Carl Sagan findet gerade einen Nachfolger. Am vergangenen Wochenende lief der erste Folge von Cosmos: A Spacetime Odyssey mit Astronom Neil deGrasse Tyson – und zwar am Sonntag um 21 Uhr auf dem reichweitenstarken Sender Fox. Man stelle sich vor, die ARD würde statt des Tatorts eine Wissenschaftsdoku mit Harald Lesch zeigen, eingeleitet durch einführende Worte von Angela Merkel. Unvorstellbar? Das sind dann wohl die viel zietierten kulturellen Unterschiede zwischen den USA und Deutschland.

Video: National Geographic.

Die Kritiker sind jedenfalls begeistert vom neuen Cosmos. Zunächst sind zwölf weitere Folgen geplant.

MIT erforscht GIFs

Kennen Sie animierte GIFs? Die kleinen Bilddateien zeigen eine kurze Szene als Endlosschleifen-Video. Ende der 1990er Jahre schien quasi das halbe World Wide Web aus ihnen zu bestehen, dann verschwanden sie zunehmend. Doch animated GIFs leben weiter in Form von Internet-Memen, also runing gags im Netz. Zwei Studenten des Massachusetts Institute of Technology (MIT) erheben sie nun sogar zum Forschungsgegenstand. In einem Mitmachexperiment wollen sie von Besuchern ihrer Webseite wissen, wie sie zwei der kleinen Animationen im Vergleich zueinander einschätzen: Welches GIF drückt besser Freude/Ärger/Traurigkeit/Überraschung/… aus?, sind die Fragen, zu denen immer zwei neue Bilder eingeblendet werden. Je mehr Menschen mitmachen, desto genauer ist das Raking, das die Macher erhalten und das eine Reihenfolge der Bilder in den entsprechenden Kategorien liefern wird. Der Master-Student Kevin Hu und der Doktorand Travis Rich werden auf der Webseite über die Ergebnisse informieren. Noch können Sie mitmachen!

Video der Woche

Videoaufnahmen eines Vulkan-Ausbruchs haben wir wohl alle schon einmal gesehen. Das spannende an diesem kurzen Film ist, dass Shaun O’Callaghan ihn mit einer Drohne aufgenommen hat, die er während des Ausbruchs über dem Vulkankrater des Yasur im Südpazifik fliegen ließ. [/via]

Video: Shaun O’Callaghan.

Hochschulwettbewerb im Jahr der Digitalen Gesellschaft

Hochschulwettbewerb 2014
Hochschulwettbewerb 2014

2014 ist das Wissenschaftsjahr der Digitalen Gesellschaft. Daher steht auch der diesjährige Hochschulwettbewerb ganz im Zeichen der Abzählbarkeit. Gesucht werden Nachwuchsforscherinnen und -forscher, die die digitale Gesellschaft erforschen und den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern suchen. Alle Infos gibt es auf der Webseite des Hochschulwettbewerbs. Einsendeschluss ist der 30. April 2014.

Die Augenspiegel-Kolumne

Die wöchentliche Kolumne „Augenspiegel – Webfundstücke rund um die Wissenschaft“ erscheint freitags im Blogportal der Helmholtz-Gemeinschaft. Darin stellt Henning Krause, Social Media Manager in der Helmholtz-Geschäftsstelle, Internetfundstücke aus dem Web 1.0 und dem Web 2.0 vor, die zeigen, wie sich der gesellschaftliche Diskurs um Wissenschaft im Internet abspielt: neue Kommunikationsformen, neue Technologien und Kommunikationskulturen. Dabei spielen Blogs, Apps, Facebook, Youtube und Twitter eine Rolle – anderseits auch Internet-Meme, Shitstorms und virale Videos.

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