Winterimpressionen – unser Winter in Bildern

Pinguinkolonie (Foto: Pete McCowen, aus sicherer Entfernung mit einem Teleobjektiv fotografiert)

Der Winter geht zu Ende – mit großen Schritten. Hat uns die Polarnacht 8 Wochen begleitet, ist es nun schon wieder länger hell als dunkel. Allerdings wurden wir besonders im September von vielen Stürmen und reichlich Schneefall „heimgesucht“, und das hat uns sehr an die Station gebunden. In den oft eisig kalten aber klaren Augustnächten verwöhnte uns der fantastische Südhimmel mit seinen Sternen, auch Polarlichter sahen wir oft. Im Moment sind die Tage, an denen wir die Eindrücke auch bildlich einfangen können, rar. Und bei nun immer kürzer werdenden Nächten bleibt nicht mehr viel Zeit zum Sternegucken. Heute gibt es daher viele Bilder von dem, was uns hier in den letzten Monaten berührt hat. Viel Spaß!

Auch die Kamera freut sich über dicke Kleidung, nicht immer reicht das… (Foto: Johannes Schötz)

Der Nachthimmel der südlichen Hemisphäre bietet jede Menge Sternbilder, die man selbst von Südeuropa nicht sehen kann. Die uns bekannten stehen wiederum Kopf, und Sterne wie auch Sonne „wandern“ gegen den Uhrzeiger­sinn. Der Nachthimmel ist, aufgrund der hier fehlenden Lichtverschmutzung, fantastisch. Die Orientierung am Sternenhimmel ist zunächst ungewohnt. Einige Sternbilder und besonders hellstrahlende Sterne helfen. Das Kreuz des Südens z.B. ersetzt sozusagen den nördlichen Polarstern – es zeigt mit der längeren Achse immer zum geografischen Südpol. Man findet es leicht mithilfe des Kohlensacks, einer Dunkelwolke in der Milchstraße.

Sternbilder der südlichen Hemisphäre – Blick nach SSO am 10.08.24, 22:45h (Foto & Zeichnung: Anja Weber)

Die beiden Satellitengalaxien, die Große und Kleine Magellansche Wolke (LMC, SMC) sind mit bloßem Auge gut sichtbar, ebenso einige Planeten, zuletzt im September die besonders helle Venus.

Hell erstrahlende Venus über dem SSW-Horizont am 24.09.24, 21:45h (Foto & Zeichnung: Anja Weber)

Farblich sind besonders die Morgen- und Abenddämmerung ein Spektakel. Gerade während der Polarnacht zeigte sich durch die unter dem Horizont wandernde Sonne der Himmel in diversen Rot- und Gelbtönen.

Die SPUSO, das Spurenstoffobservatorium, im Morgenlicht (Foto: Amelie Nüsse)

 

Lichteffekte in der Atmosphäre sehen wir oft – z.B. als Halos der Sonne oder auch als Luftspiegelung, so dass Objekte sich strecken oder übereinander darstellen und die Eisberge über der Bucht zu schweben scheinen.

(Foto: Johannes Schötz)
(Foto: Amelie Nüsse)

Das Meereis fasziniert zu jeder Zeit. Die Oberfläche ist oft rau und hügelig, was das Fahren mit dem Skidoo manchmal sehr mühsam macht.

Blick vom Skidoo über das Meereis der Atkabucht (Foto: Tim Bösch)

Die Eisberge sind teilweise bizarr und lassen, je nach Lichteinfall, ganze Landschaften oder Orte auf ihrer Oberfläche vermuten.

Man meint auf diesem Eiskoloss beinahe ein Bergdorf erkennen zu können (Foto: Tim Bösch)

Und wenn wir schon auf dem Meereis sind, dürfen die Pinguine natürlich nicht fehlen. Die riesige Kaiserpinguin­kolonie in der nahen Atkabucht ist im Winter deshalb so spannend zu beobachten, weil in dieser Zeit gebrütet wird und schließlich auch die Küken schlüpfen. Sie starten unter härtesten Wetterbedingungen ins Leben.

Auf den Spuren der Pinguine (Foto: Laura Fabian)

 

Beim Füttern müssen schon beide mitmachen – sonst geht‘s daneben… (Foto: Johannes Schötz, aus sicherer Entfernung mit einem Teleobjektiv fotografiert)

 

Wir sind wahrscheinlich alle sehr oft gefragt worden, wie es ist, wochenlang ohne Sonnenlicht zu sein. Auch wenn die Dunkelheit und Dämmerung sicherlich unterschiedlich empfunden wird, gibt es doch für einige von uns nichts Schöneres. Und Nächte mit Polarlichtern sind einfach groß- und einzigartig.

Mit Polarlicht-Impressionen verabschieden wir uns nun für heute.

Bis Bald!

Die Bibliothek im Eis unter Polarlichtern (Foto: Pablo Conrat)
(Foto: Amelie Nüsse)
(Foto: Helen Hobin)
(Foto: Anja Weber)
(Foto: Johannes Schötz)
(Foto: Pete McCowen)

Leser:innenkommentare (6)

  1. Reiner Gerke

    Ein sehr schöner Bericht mit herrlichen Impressionen. Die anfänglichen Probleme, sich am Sternenhimmel zu orientieren, habe ich auf Fanö erlebt. Dort gab es auch nur minmale Licht-Emissionen. Polarlichter habe ich leider noch keine gesehen. Euch noch viele Erfolge und tolle Schnappschüsse.
    Herzliche Grüße Reiner Gerke

    1. Anja Weber

      Vielen Dank! Inzwischen wird es nachts schon nicht mehr ganz dunkel, so dass Sternefotografie kaum noch möglich ist. Aber wer weiß, vielleicht haben wir nochmal Glück und können Polarlichter sehen. Und die Pinguine bleiben uns ja sowieso erhalten. Grüße zurück.

  2. Ralf Grochla

    Hallo Üwis,
    Das sind ja wunderschöne Bilder für die ich Euch beneide,allein das wird für euch eine lebenslange Erinnerung bleiben.
    Viele Grüße aus Meck-Pomm !👍👍👍

    1. Anja

      Hallo Ralf, ja, das sind wirklich ganz außergewöhnliche Erfahrungen und bleibende Eindrücke. Grüße zurück nach Meck-Pomm…

  3. Uwe Heinze

    Vielen Dank für die tollen Impressionen und viele Grüße!

    Uwe

    1. Anja Weber

      Herzliche Grüße zurück! Damit es nicht langweilig wird, ist der nächste Beitrag schon auf dem Weg.

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