Mittwinterkalender – Tag 18
Hier in der Antarktis steht bald ein großes Fest an – eigentlich das größte, das auf diesem Kontinent überhaupt gefeiert wird. Denn Mittwinter steht vor der Tür! Am 21. Juni feiern wir und alle anderen Forschungsstationen in der Antarktis die längste Nacht, den dunkelsten Tag. Schon jetzt hat die Polarnacht begonnen, aber auch das Dämmerungslicht, das den Himmel in die schönsten Farben taucht, wenn die Sonne knapp unter dem Horizont vorbeizieht wird immer weniger werden, bis uns nur noch Mond und Sterne erleuchten. Mittwinter ist also ein Fest des Zaubers der Polarnacht und gleichzeitig ein Versprechen, dass die Sonne bald wieder kommt!
Damit ihr mit uns auf dieses Event hinfiebern könnt, haben wir einen kleinen Countdown vorbereitet. Jeden Tag bis Mittwinter wird es einen kleinen Beitrag geben – ob Bild, Video oder andere verrückte Idee, lasst euch überraschen!
Tag 18 – Tanken
Unsere Station ist wie eine kleine Stadt, in der es alles gibt, was man braucht. Dazu gehört natürlich auch der „Supermarkt“ mit großer „Kühltheke“, aber auch ein Konzept für die Müllaufbereitung und ein Klärsystem für das Abwasser. Mit am wichtigsten ist vor allem unsere Energieversorgung, die über ein Windrad und drei Blockheizkraftwerke gewährleistet wird. Damit Letztere funktionieren, muss die Station immer wieder mit Polardiesel betankt werden. Wie das funktioniert, erklärt euch Katrin in folgendem Video! Viel Spaß!
Und falls noch ein paar Fragen offengeblieben sind, dann meldet euch gerne in den Kommentaren! 😊





Leser:innenkommentare (14)
Meike Trautmann
Hut ab vor eurer harten Arbeit👍🥰das ist ja unheimlich zeitintensiv, bis ihr alles von Schnee und Eis befreit habt, und endlich tanken könnt 😊 was für ein harter Job, das macht ihr alles klasse, wir sind stolz auf euch👍❤
Meike Trautmann
Hut ab vor eurer Arbeit! Das ist ja unheimlich zeitintensiv, das Eis und den Schnee zu entfernen, bis ihr endlich tanken könnt! Ihr macht das super, wir sind stolz auf euch!
Christian-Martin Ruthenberg
Liebe ÜWIs,
vielen Dank für die tollen Einblicke in Euren Alltag. Ihr seid großartig! Dass da ein Tank irgendwo mit Diesel rumsteht, kann ich mir noch als Sicherheitsfeature erklären. Warum der leere Tank jedoch gereinigt und wieder weggefahren wird, dann leider nicht mehr. Oder habt ihr etwas weiter von der Station entfernt einen größeren Tank und der kleine mit dem Schlitten dient nur als Transportmittel?
Heiße Grüße aus dem Norden
Christian
Katrin
Hallo Christian
Wir haben 6 Lagertanks in der Station. Diese reichen für ungefähr 2 Monate (abhängig von Wind und Wetter). Der restliche Diesel wird 1,5 km von der Station entfernt in etwa 30 Tankcontainern gelagert. Der Kraftstoff muss aus sicherheitstechnischen Gründen für 2 Jahre reichen – falls aus irgendeinem Grund die Versorgung in einem antarktischen Sommer nicht klappt. Normalerweise aber kommt in jedem Sommer ein Schiff, um neuen Diesel zu liefern. Wir ziehen dann die einzelnen Tankcontainer zur Schelfeiskante, wo das Schiff anlegen kann, um die Container zu befüllen. Die Schelfeiskante ist ungefähr 18 km von der Station entfernt. An der Schelfeiskante können die Container allerdings nicht stehen bleiben, denn die Eiskante befindet sich in stetiger Veränderung, da immer ein paar Stücke abbrechen. Wir „parken“ die Tankcontainer daher zusammen etwas abseits von der Station. Nach jedem Tanken reinigen wir sie, damit keine Rückstände und Eiskristalle im Tank verbleiben, damit der Ansaugstutzen frei bleibt und bei der Tankcontainer bei der nächsten Versorgung gleich befüllt werden kann.
Dieter Schoof-Wetzig
Unglaublich, was du und ihr da bewältigt. Allein schon die Arbeit, die Raupe in Gang zu bekommen, den Tank abzuschleppen und ihn zuletzt noch innen zu reinigen. Und das alles dick eingepackt bei der Kälte. Viele Grüße, Bärbel und Dieter
Petra
Hallo,
das ist ja hier wie beim Weihnachtskalender öffnen! Ich warte schon spannend was ihr euch noch ausgedacht habt.
Der Einblick in euren Alltag ist schon besonders!
Wie lange reicht den ein Tankcontainer?
Gruß Petra
Katrin
Hallo Petra,
Wir haben 6 Lagertanks in der Station. Diese reichen für ungefähr 2 Monate – abhängig von Wind und Wetter. Ein Tankcontainer kann knapp 3 Lagertanks befüllen – reicht also für 1 Monat.
Uwe
Hallo,
wann wird der Tank wieder gefüllt, etwa wenn die Polarstern Nachschub bringt?
Und wieviel volle Tanks stehen bei euch rum und warten auf das Abschleppen?
Katrin
Hallo Uwe,
Ja, die Tankcontainer, die wir im Winter verbrauchen, werden erst im antarktischen Sommer befüllt, wenn ein Versorgunsschiff wie die Polarstern an der Schelfeiskante anlegt, um Nachschub zu bringen. Wir haben ungefähr 30 Tankcontainer mit Polardiesel. Der Vorrat soll für 2 Jahre reichen, falls die Versorgung aus unvorhergesehenen Gründen in einem Sommer mal nicht klappen sollte.
Inge
Hey, hey
Im Video sieht alles sehr einfach aus. Die Zeitraffer haben eine gute Wirkung: alles geht schnell und ist spannend . 😉Es sind ganz schön viele einzelne Aufgaben, die zum Auftanken der Station gehören, alle Achtung. Und der Motor vom Pistenbully wird außen gestartet, aha. 🤔Die Szenen draußen im Dunkeln, im Scheinwerferlichtdas Fahrzeugs freischippen… ist bestimmt auf Grund der Kälte herausfordernd.
Ich freue mich sehr, dir und Micha nun schon zum 2.x so direkt bei der Arbeit zu sehen zu können. Danke an die fleißigen Video Ersteller.
Ihr müsst sogar in den leeren Tank reinklettern und von innen putzen. Bekommt man darin nicht Platzangst??
Wie weit stehen die Tanks von der Station entfernt? Und wann erhaltet ihr Nachschub? Sicher erst im nächsten antarktischen Sommer.
Herzlichen Dank für dieses informative und spannende Video.
Ich wünsche euch weiter so viel Freude und eine immer gut funktionierende Technik.
Katrin
Hallo Inge,
Man kann den Motor des Bullys in der Fahrerkabine über den Zündschlüssel anmachen – ganz wie beim Auto – aber, richtig erkannt, man hat zusätztlich eine Start- und Stopp-Taste direkt am Motor.
Die Tankcontainer stehen ungefähr 1,5 km von der Station entfernt. Nachschub kommt im antarktischen Sommer per Schiff. Dann werden alle leeren Tankcontainer gefüllt.
Anne
Hallo Üwis,
auch von mir Anerkennung und Respekt.
Was ist der Unterschied vom normalen Diesel und Polardiesel? Und kann der Tank wirklich ohne Schutzmaske gereinigt werden?
Tankstellen bei uns in Deutschland sind doch sehr geruchsintensiv.
Viele Grüße,
Anne
Katrin
Hallo Anne,
Polardiesel besitzt Additive, so dass der Kraftstoff auch bei sehr tiefen Temperaturen wie minus 40°C noch pumpfähig und filtrierbar bleibt. Bei „normalem“ Diesel würden die Paraffine ausflocken und die Kraftstofffilter verstopfen. Stell Dir Honig vor… Bevor wir in den Tank klettern, prüfen wir die Atmosphäre im Tank – das sieht man im Video nicht – so dass wir sicherstellen, dass genug Sauerstoff vorhanden und sich keine schädlichen Gase darin befinden. Wir haben auch leistungsstarke Lüfter, die wir nutzen können, um zusätzlich zu belüften, sollte dies notwendig sein. Aber ja, es bleibt trotz allem eine geruchsintensive Angelegenheit. Der Geruch setzt sich auch in der Kleidung fest, so dass meine Kollegen nur ihrer Nase folgen müssen, um mich zu finden…
Anne
Hallo Katrin,
vielen Dank für die Informationen.
Jetzt hoffe ich, dass der Vorrat der Schokoriegel groß genug für all die Betankungen ist.
Viele Grüße,
Anne