Überraschende Verstärkung für das Überwinterungsteam
Vor Überraschungen ist man auch in der Antarktis nicht gefeit. Als nach den Ostertagen der Alltag in die Station zurück gekehrt ist, wurden wir aus diesem wieder abrupt rausgerissen.

Markus, unser Funker, hat während der Abendbrotzeit einen UKW-Funkspruch für die Neumayer-Station empfangen. Erst war die Verwirrung groß, da sämtliche Team-Mitglieder zusammen am Tisch saßen – wer sollte uns denn anfunken? Dazu muss man sagen, dass die Funkreichweite über UKW begrenzt ist und wir uns hier in einer ziemlich exponierten Lage befinden. Die nächsten Nachbarn sind mehrere hundert Kilometer weit weg. Ein Funkspruch außerhalb des Teams ist also nicht sehr wahrscheinlich.
Die Kommunikation wurde also aufgenommen, und alle haben sich neugierig im Funkbüro eingefunden um mitzuhören. Ein Expeditionsteam aus drei Personen ist in Funkreichweite der Neumayer-Station und hat uns angefragt, ob wir sie aufnehmen können. Da man sich in der Antarktis gegenseitig hilft und unterstützt, haben wir natürlich sofort zugesagt. Sogleich wurden erste Vorbereitungen getroffen und alle haben gespannt auf die drei „Gäste“ gewartet.
Nach dem ersten warmen Tee und einer Mahlzeit wurde dann auch unsere Neugier gestillt: Die drei Neuankömmlinge befanden sich auf einer Expedition und kommen vom Südpol. Sie wollten die Strecke auf Skiern zurücklegen und dabei eine neue Route erforschen. Auf ihrer Tour hatten sie jedoch mehrfach großes Pech und verloren unter anderem fast die gesamte Kommunikationsausrüstung. Auch die detaillierten Karten, welche sie sicher durch die Gebirge und unwegsames Gelände führen sollten, gingen ebenfalls verloren. Zum Navigieren blieb ihnen damit nur noch eine grobe Karte und ein Kompass. Aus diesem Grund konnten sie die eigentliche Route, welche sie zum Novo Runway führen sollte, nicht mehr begehen. Das Expeditionsteam fasste dann die schwere Entscheidung, die sichere aber deutlich längere Strecke zum Ekström-Schelf und damit zur Neumayer-Station zu nehmen. Damit war klar, dass sie das letzte Flugzeug Ende Februar nach Kapstadt verpassen würden.
Für uns bedeutet das nun, dass sich unser Überwinterungsteam auf zwölf Personen erhöht. Das ist kein Problem, Proviant und Schlafplätze sind mehr als ausreichend vorhanden und bestimmt wäre jeder froh, wenn ihm in solch einer Lage ohne große Umstände geholfen würde. Die drei haben auch schon zugesichert, dass sie sich natürlich auch in die anstehenden Aufgaben und Tätigkeiten einbringen möchten.
Wir werden unsere Leser selbstverständlich über unsere neuen drei Üwis auf dem Laufenden halten.
Antarktische Grüße, die ÜWIS





Leser:innenkommentare (3)
Markus Eser
Viel Spaß zu zwölft! Na hoffentlich schafft Sven genügend Nachschub anzufertigen ;-) Herzliche Grüße an alle! Was macht die Neunsamkeit? Geniesst ihr es? Hab schon nach 6 Wochen „ein bisschen“ Sehnsucht nach NMIII :-) Alles Gute!
Marion Haase
HALLO LIEBE ÜWIS da draußen. ch habe durch Zufall Eure Seite und auch meinen Beitrag vom März 2016 gefunden. Die Heschichte mit den drei Gästen 2016 ist schon spannend. Die hatten Glück das es Euch gab. Was gibt es Neues bei Neumeiers ZU HAUSE. Was machen meine Freunde die Pinguine. LIEBE Grüße von der Ostsee Marion Haase (59)
Marion Haase
So jetzt bin ich auch aufgeklärt. Ein Aprilscherz.hab ich eben gelesen. Tja reingefallen aber es gibt genug verrückte Leute. Hätte ja sein können. Lg Marion Haase