Das neue Team stellt sich vor: die Stationstechnik
Der Bereich Technik ist sehr wichtig für die Neumayer Station III, denn ohne die Aufrechterhaltung des Stationsbetriebes und der Versorgung kann auch keine Forschung stattfinden.

Die Technik an der Neumayer-Station III ist vielfältig und modern. Herzstück sind die drei Blockheizkraftwerke, welche die Station sowohl mit Strom als auch mit Wärme versorgen. Daneben gibt es umfangreiche Systeme zur Wasserversorgung, Abwasserbehandlung, Lüftungs- und Klimatechnik. Diese Einrichtungen ermöglichen den Wissenschaftlern, dem Koch und den Technikern, die Zeit in der Abgeschiedenheit der Antarktis mit einem ähnlichen Maß an Komfort wie zu Hause zu verbringen.
Eine der technisch aufwendigeren Einrichtungen ist die Hydraulikanlage für den Höhenausgleich. Damit lässt sich die Station als Gesamtes anheben und der jährliche Schneezutrag wird ausgeglichen. Dies ist ein neues Konzept, welches beim Bau der Neumayer-Station III zum ersten Mal und mit Erfolg umgesetzt wurde. Die Station bleibt damit immer über der Schneeoberfläche und ein Versinken im Eis wie bei den Vorgänger-Stationen wird verhindert.
Zu den Aufgaben der Technik gehört auch die Pflege und Wartung der vielfältigen Fahrzeuge und technischen Hilfsmittel der Station.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die IT, dazu gehören Server, Rechner, Netzwerk, Telefonanlage, Intranet, GPS, sowie die Funk- und Satellitenkommunikation. Die IT stellt die Verbindung mit der Außenwelt sicher. Die Wissenschaftlichen Daten haben dabei die höchste Priorität.

Zur Betreuung und Wartung dieser Anlagen sind die folgenden drei Teammitglieder zuständig:
Stations-Ingenieurin
Stefanie Bähler ist 36 Jahre alt und stammt aus der Schweiz. Sie ist als Stations-Ingenieurin zuständig für die gesamte Technik und wird dabei vom Elektriker und vom Funker/ IT unterstützt.
Die letzten 16 Jahre ist sie zur See gefahren, hat erst eine Lehre als Schiffsmechanikerin absolviert und anschließend Schiffsbetriebstechnik studiert. Die letzten 11 Jahre war sie als Ingenieurin auf unterschiedlichen Schiffen weltweit tätig.
Für Stefanie erfüllt sich mit der Überwinterung in der Antarktis ein lang gehegter Traum. Es ist eine besondere Erfahrung, diese lange Zeit in der Abgeschiedenheit zu verbringen. Außerdem bietet sich hier die einmalige Chance, in die unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereiche reinzuschnuppern und den eigenen Horizont zu erweitern.
Elektro-Ingenieur
Für die Elektrotechnik ist in diesem Jahr Stefan Schnitzler aus Bayern zuständig. Er ist 36 Jahre alt, hat einen Bachelor in Energiewirtschaft und -management abgeschlossen und einen Meister in Elektrotechnik. Insgesamt kann er auf 20 Jahre Berufserfahrung zurückgreifen. Ihn reizt die Herausforderung, die technischen Probleme mit den hier verfügbaren Mitteln zu lösen. Ebenso erfreut es ihn, sein Wissen über die Elektrotechnik hinaus zu erweitern.

IT-/Elektronikingenieur (Funker)
Marcus Heger kommt vom Niederrhein, ist 39 Jahre alt und arbeitet seit 18 Jahren in einem Telekommunikationskonzern (zuerst im Bereich Netze und Netzentstörung, später Mobilfunk und Richtfunk). Gelernt hat er IT-Fachinformatiker Fachrichtung Systemintegration und später Nachrichtentechnik studiert. Ihn reizt neben der Abgeschiedenheit und der Möglichkeit, über ein Jahr lang in Eis und Schnee zu arbeiten, die Vielseitigkeit seines Aufgabengebietes. Vom defekten Drucker, über Server- und Netzwerkadministration, Funkbetrieb bis hin zur Reparatur von elektronischen Geräten ist hier alles dabei.
Ein Artikel in einer Amateurfunkzeitschrift machte ihn 2009 auf die Möglichkeit aufmerksam, in der Antarktis arbeiten zu können. Nachdem Marcus DL1MH gemeinsam mit seiner Amateurfunkjugendgruppe von Deutschland aus zweimal mit der Neumayer III Station gefunkt hatte, nutzt er auch hier einen Teil seiner Freizeit für Amateurfunkverbindungen auf Kurzwelle mit dem Rufzeichen DP0GVN in alle Welt.
Beste Grüße, eure Neumayers
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