Arktisforschung: Auf der Suche nach Mikroplastik

Sampling (Fieke Rader)

Zwei Homo sapiens in roten Kitteln, die durch seichte Süßwasserseen mit Eimer und Flasche waten und dabei Hunderte von Litern Wasser filtern: das war die Hauptaufgabe während der Sampling-Wanderung von Christophe und Annabel vor zwei Wochen, und ich hatte die Ehre sie zu begleiten zu dürfen. Nachdem wir auf eine Hochebene gewandert waren, die neben der Stadt lag, fanden wir dort ein Fossilien-Paradies vor und konnten uns in der riesigen Schatzkiste 15 Minuten lang austoben. Nach dem Fossilien-Paradies folgten mehrere Süßwasserseen, aus denen wir Proben entnehmen sollten. Mal nur für Mikroplastik Analysen und mal für Mikroplastik als auch Zooplankton Untersuchungen. In roten Kitteln gekleidet (damit die Fasern in der späteren Analyse gut erkennbar sind) stellten sich Christophe und Annabel in die Seen und der Aufgabe, von jedem See 100 Liter Wasser zu filtern (wobei das Mikroplastik im Filter hängen blieb). Zurück im Labor in den Niederlanden begann Christophe mit der Analyse der Proben und mit der Suche nach Mikroplastik. Ohne Zweifel gibt es Mikroplastik im Wasser, ziemlich schnell fand er welches. Es wird angenommen, dass das Plastik aus der Luft stammt und sich auf der Wasseroberfläche absetzt. Mikroplastik ist inzwischen überall.

Die Sampling-Wanderung hatte auch ein paar schöne ‚Nebenwirkungen‘. Der Spaziergang war wunderschön und neben dem bereits erwähnten Fossilien-Paradies haben wir Steinringe (tolle geologische Muster, s. dazu https://en.wikipedia.org/wiki/Patterned_ground#Circles) bewundert, Papageientaucher beim Fliegen über einem Meer aus grünem Moos beobachtet und einen schier unglaublichen Blick auf den äußeren Teil der Brøgger-Halbinsel und auf den weiten Ozean genießen können. Es war mir eine große Freude, dabei zu sein!

 

Bild: Fieke Rader Bild: Fieke Rader Bild: Fieke Rader Bild: Fieke Rader

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